https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/hoersaal/der-asta-der-uni-osnabrueck-will-althistoriker-ausladen-17293520.html

Asta gegen Auftritt an Uni : Was ist so „menschenverachtend“ an Egon Flaigs Thesen?

  • -Aktualisiert am

Egon Flaig Bild: Marcus Kaufhold

Studentenvertreter der Uni Osnabrück fordern die Ausladung eines Althistorikers, den sie als Rechten markieren. Warum will der Asta einen freien wissenschaftlichen Diskurs verhindern? Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Wieder ist an einer deutschen Universität eine Diskussion über akademische Meinungsfreiheit entbrannt, genauer: über das Recht, ungehindert reden zu dürfen. Verantwortlich dafür ist der Asta der Universität Osnabrück. Vor wenigen Tagen forderte er mit einer öffentlichen Erklärung die Ausladung des Althistorikers Egon Flaig. Dieser soll eigentlich am 28. April auf Einladung seiner Kollegin Christiane Kunst in einer Online-Veranstaltung über „Die Grenzen von Machtkonzepten“ sprechen. Der Asta erwartet von der Hochschule, die Veranstaltung zu unterbinden.

          Egon Flaig sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Debatten. In seiner „Weltgeschichte der Sklaverei“ (2009) behauptete er nicht nur, dass die Sklaverei im arabischen Raum und Afrika über eine durchaus selbständige Tradition verfügte und daher keiner europäischen „Entwicklungshilfe“ bedurft hätte. Er ging noch einen Schritt weiter und bekräftigte, dass die Abschaffung der Sklaverei ohne Hilfe des Kolonialismus gar nicht möglich gewesen wäre. Die Herausarbeitung dieses dialektischen Dilemmas provozierte in der deutschen Fachwelt mitunter heftigen Widerspruch.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Leben in der Blase: Putin bei einem Treffen der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit am Montag im Kreml

          Russische Geheimdienste : Putins fatale Echokammer

          „Mariupol in drei Tagen einnehmen, Kiew in fünf“: Eine Recherche zeichnet nach, wie groß in Russlands Geheimdiensten die Wut ist – auf jene Kollegen, die Putin mit gefälligen Informationen in den Ukrainekrieg ziehen ließen.
          Stellenmarkt
          Jobs für Fach- und Führungskräfte finden
          Zertifikate
          Alle exklusiven Zertifikate im Überblick
          Englischkurs
          Lernen Sie Englisch