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Corona-Hilfe : Tausende Medizinstudenten sind im Einsatz

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Vom „Skills Lab“ in die Realität: Viele Medizinstudenten helfen in der Corona-Krise in Kliniken und Praxen. Bild: dpa

Ein Aufruf der Mainzer Universitätsmedizin genügte – und in kürzester Zeit meldeten sich tausend freiwillige Studenten. Deutschlandweit sind die Zahlen weit höher, eine neue Plattform organisiert die Vermittlung.

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          Nach einem Aufruf zum freiwilligen Dienst in der Corona-Krise haben sich in wenigen Tagen mehr als Tausend Studenten der Universitätsmedizin Mainz gemeldet. „Das ist eine großartige Reaktion, mit der wir in dieser Größenordnung nicht gerechnet haben“, erklärte der Dekan der Universitätsmedizin, Ulrich Förstermann. Das Meldeportal „Ich will helfen“ wurde in der vergangenen Woche gestartet. Schon am ersten Tag registrierten sich dort nach Angaben der Hochschule 300 junge Menschen.

          Der Aufruf richtete sich an Studierende der Human- sowie der Zahnmedizin. Gefragt sind Tätigkeiten und Qualifikationen wie Gesundheits- und Krankenpflege, Intensivpflege, Kenntnisse bei der Betreuung von Beatmungsgeräten sowie telefonische Beratung von Patienten. Die Helfer werden gemäß ihrer Qualifikation entlohnt. „Wir befinden uns in einer wahrhaften Ausnahmesituation, die besondere Maßnahmen verlangt“, erklärte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Die solidarische Hilfsbereitschaft der Studierenden unterstütze die wichtige Arbeit des medizinischen und pflegerischen Personals.

          Tim Schwarz, Vizepräsident der Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd), schätzt die Zahl der freiwilligen Helfer gegenüber der F.A.Z. „in der Größenordnung von mindestens 20.000 Leuten“. So viele seien allein in der Facebookgruppe „medis-vs-covid19“ organisiert. Nicht berücksichtigt bei dieser Zahl seien Studenten, die sich direkt bei den Gesundheitsämtern und den Kliniken gemeldet hätten und nicht der Gruppe angehören.

          Zusammen mit den Initiatoren von „medis-vs-covid19“ launcht die bvmd an diesem Donnerstag die Vermittlungsplattform match-4-healthcare, die Studierende mit Praxen und Kliniken, bei denen Hilfsbedarf besteht, verbinden soll.

          Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat unterdessen Bafög-Geförderten, die sich jetzt in der Pandemie-Bekämpfung engagieren, versichert, ihren Förderanspruch zu behalten, auch wenn sie für einige Monate ein höheres Einkommen erzielen. Auf das Bafög angerechnet werde dies nur während dieser Zeit. "Wir unterstützen den Einsatz für die Gesellschaft, für die Kranken und Alten", schreibt Karliczek in einem Brief an die Landesminister für Kultus und Wissenschaft. Die Regelung werde rückwirkend zum 1. März in Kraft treten, wenn Bundestag und Bundesrat zustimmen, was so gut wie sicher ist.

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