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„Cancel Culture“ an Unis : Ende einer Treibjagd

Hauptgebäude der Leuphana Universität Lüneburg Bild: dpa

Eine Wirtschaftsjuristin wird an der Universität Lüneburg Opfer einer Rufmord-Kampagne. Der Vorwurf: Transphobie. Die Universitätsleitung schaut zu.

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          Bis heute wird darüber gestritten, ob es die vielzitierte Cancel Culture an deutschen Universitäten überhaupt gibt. Angesichts von mehr als fünfzig durch das „Netzwerk Wissenschaftsfreiheit“ dokumentierten Fällen in den vergangenen zehn Jahren ist das erstaunlich. Man kann darüber streiten, ob der Begriff Cancel Culture glücklich gewählt ist und von welcher Fallzahl an von einer „Kultur“ zu sprechen ist. Klar ist aber, dass die dokumentierten Fälle nur die Spitze des Eisbergs zeigen in einem System, das gewöhnlich die direkte Konfrontation vermeidet und Konflikte durch höfliche Ignoranz löst.

          Thomas Thiel
          Redakteur im Feuilleton.

          Wie geräuschlos solche Auseinandersetzungen verlaufen können, zeigt der Fall der Wirtschaftsjuristin Alessandra Asteriti, der bislang unterhalb der öffentlichen Aufmerksamkeitsschwelle blieb. Asteriti, die an der Universität Lüneburg als Juniorprofessorin Wirtschaftsrecht lehrte, hatte 2019 auf Twitter einen längeren Thread darüber geschrieben, warum die körperliche Unterscheidung von Männern und Frauen im internationalen Recht wichtig sei, nämlich deshalb, weil Ausbeutung, Unterdrückung oder Benachteiligung von Frauen sonst nicht darstellbar wären.

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