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BIOM-Studiengang : Vielfalt per Videocall

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Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde greift unter anderem auf ein 28 Hektar großes Waldstück zu Forschungszwecken zurück. Bild: ZB

Der Master „Biosphere Reserves Management“ ist ein neuer Umweltstudiengang der Hochschule Eberswalde. Die Ziele sind ambitioniert, doch die Pnademie macht den Studierden vorerst einen Strich durch die Rechnung.

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          Fünf Kontinente, 130 Staaten, 700 Reservate – wer strategischer Kopf eines Biosphärenreservats werden möchte, dem liegt die Welt zu Füßen. Zumindest in der Theorie. In der Praxis erschweren Vorschriften, kulturelle Vorbehalte und bisweilen auch eine Pandemie den Austausch. Jedenfalls konnte ein Australier seinen Studienplatz im „Biosphere Reserves Management“ nicht antreten. So heißt ein neuer englischsprachiger Masterstudiengang an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde in der Langfassung. Kurz schreibt er sich „BIOM“ in Großbuchstaben und hat ein großes Ziel: „Wir wollen mit dem Studiengang einen substantiellen Beitrag zum Unesco-Programm liefern“, sagt Erik Aschenbrand, der in Eberswalde eigens zum Professor für internationalen Naturschutz und Unesco-Biosphärenreservate berufen wurde.

          Als die Wissenschaftsorganisation der Vereinten Nationen vor 50 Jahren das Programm „Man and the Biosphere“ verabschiedete und damit eine eigene Kategorie von Schutzgebieten ins Leben rief, war Aschenbrand noch nicht geboren. Aber der 35-Jährige begeistert sich schon lange für den „alternativen Ansatz“, Mensch und Natur nicht gegeneinander auszuspielen. Seltene Arten zu schützen habe auch seine Berechtigung, stehe aber weder im Fokus der Unesco noch des neuen Studiengangs. „Konfliktmanagement und Kommunikation spielen eine große Rolle“, sagt der Geograph. Die angehenden Vermittler sollen zudem lernen, wie ein Monitoring der Pflanzen- und Tierwelt funktioniert und wie Schutzgebiete in Deutschland und international verwaltet werden.

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          Ein breites Programm in einem sehr speziellen Studiengang. „Aber der Arbeitsmarkt gibt das her“, sagt Aschenbrand. Naturschutzverbände, Verwaltungen und Projekte auf der ganzen Welt hätten ein Interesse an den Absolventen. Gelegentlich auch schon vor dem Abschluss: Studentin Angela Dichte arbeitet mit Biosphärenreservaten in der Ukraine zusammen. Ihr Kommilitone Prince Bonsu ist in seinem Heimatland Ghana in einem Biosphärenreservat beschäftigt. Zurzeit rein virtuell, wie der 28-Jährige bedauert: „Ich sitze nicht gern drinnen im Büro.“

          „Exkursionen sind für unsere Themen elementar“, sagt auch Aschenbrand. Pflanzen und Tiere finden, mit der Bevölkerung in den Randzonen einer Schutzzone sprechen, das mache den Unterschied: „Die Begeisterung springt über, wenn man draußen ist.“ In Zeiten der Online-Lehre hilft sich der Professor mit ehemaligen Kollegen, die er per Zoom in die Vorlesung einlädt, damit sie etwa über Hochwasserschutz sprechen können. Gestartet ist der BIOM-Master mit 17 Studierenden aus vier Kontinenten. Im kommenden Wintersemester werden es 25 Plätze sein. Der Australier sollte sich beeilen: Am ersten Mai endet die Bewerbungsfrist für ausländische Studierende.

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