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Befristung in der Wissenschaft : Hilft nur noch der beherzte Griff in die Speichen?

  • -Aktualisiert am

Unmut der Befristeten: Protestaktion vor dem Bundesministerium für Bildung und Forschung mit einer Vertragskette. Bild: Kay Herschelmann

Das Befristungsrecht in der Wissenschaft ist hoch umstritten. Es gilt, die Balance zu finden: zwischen den Interessen Betroffener und der Tragfähigkeit des Systems.

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          Wissenschaft braucht einen unaufhörlichen Zufluss neuer Ideen und Talente. Das Neue kommt in die Welt von Forschung und Lehre vor allem durch eine stete personelle Erneuerung. Sie ist das Schwungrad von Wissenschaft und Innovation. Wer Universitäten zerstören will, muss nur alle Wissenschaftler von der Promotion bis zur Altersgrenze unbefristet beschäftigen.

          Auf der anderen Seite ist Wissenschaft auch Betrieb, sind die Universitäten auch Arbeitgeber. Um den für sie lebenswichtigen Nachwuchs für sich zu gewinnen, reicht es schon seit geraumer Zeit nicht mehr aus, allein auf die Faszination von Wissenschaft zu vertrauen. In fast allen Fächern muss die Universität darum ringen, die Besten eines Jahrgangs an sich zu binden. Das wird heute in keinem Fach mehr ohne eine gesicherte Karriereperspektive, ohne Aussicht auf eine Work-Life-Balance, ohne Maßnahmen zur Vereinbarkeit einer wissenschaftlichen Karriere mit Familie, ohne Tenure (Lebenszeitprofessur) und ohne Tenure-Track gelingen. Insofern gilt auch umgekehrt: Wer Universitäten zerstören will, muss nur alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Promotion bis zur Altersgrenze auf aneinandergereihten befristeten Stellen beschäftigen.

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