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Archäologische Funde : Wurde da wirklich überall Bier gebraut?

Auf diesem Relief soll der Pharao Intef II. den Göttern Ra und Hathor im dritten Jahrtausend vor Christus Milch und Bier darbringen. Ein Jahrtausend früher erweist es sich als weitaus schwieriger, die Rolle des Biers im menschlichen Alltag herauszufinden. Bild: Picture-Alliance

Zuletzt häuften sich die Meldungen über älteste Brauereien und früheste Biere. Wie bewertet ein Brauwissenschaftler die Theorien der Archäologen? Interview mit dem Forschungsleiter in Weihenstephan.

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          Über frühe archäologische „Bierfunde“ wird immer gerne berichtet. Was aber kann man aus Ihrer Sicht streng genommen genau aus den Spuren lesen?

          Uwe Ebbinghaus

          Redakteur im Feuilleton.

          Martin Zarnkow: Was man analytisch gut herausfinden kann bei solchen vermeintlichen Bierfunden, sind die verwendeten Rohmaterialien. Dabei ist erstaunlich, wie lange sich manche erhalten haben: Getreide und andere Stärkelieferanten, Fruchtrückstände, Gewürze und so weiter. Desweiteren habe ich die Möglichkeit, über gewisse Indikatoren Prozesse abzulesen. Diese geben mir Hinweise, nicht aber saubere Beweise. Es würde mich daher freuen, wenn in diesen häufiger werdenden Publikationen über die nächste älteste Braustelle oder das nochmal ältere Bier – was mit der immer besser werdenden Analytik zusammenhängen mag -, mehr Vorsicht bei den Rückschlüssen angewandt würde. Aus den nachgewiesenen Rohstoffen folgt nicht immer, dass eindeutig ein fermentiertes, alkoholisches Getränk entstanden ist.

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