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AfD-Gründer hält VWL-Kurs : Im Lucke-Seminar

  • -Aktualisiert am

Hochschullehrer Lucke: Am zweiten Tag waren die Proteste deutlich sanfter. Bild: dpa

Bernd Lucke ist zurück im Wissenschaftlerleben. Nach den Protesten in seiner VWL-Vorlesung gestern war für den heutigen Donnerstag ein Seminar angesetzt. Ein Besuch an der Uni Hamburg.

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          Gemeinhin ist es Studenten vorbehalten, eine Universitätsveranstaltung eine Viertelstunde später als vorgesehen zu besuchen. An diesem Donnerstag frönt Dozent Bernd Lucke dieser (Un-)Sitte, als er „cum tempore“ zum Seminar „Bahnbrechende Beiträge zur Volkswirtschaftslehre“ an der Uni Hamburg erscheint. Schon seit 1991 ist er Hochschulprofessor, Fachrichtung Volkswirtschaftslehre. Seinen hohen Bekanntheitsgrad verdankt der heute 57 Jahre alte Lucke aber vor allem der Mitbegründung der AfD (aus der er aber 2015 wieder austrat, um dann die Partei ALFA zu gründen).

          Nun steht Lucke nach seiner Rückkehr ins Wissenschaftlerleben wieder vor Studenten. Am Tag zuvor hatte es lautstarke Proteste gegeben, als er eine Vorlesung über Makroökonomik hatte halten wollen; schließlich hatte er den Saal verlassen müssen, ohne sich Gehör verschafft zu haben. Nervös wirkt er nun, bei seinem abermaligen Lehrveranstaltungs-Versuch, als er vor der Eingangstür zum Seminarraum hastig einige Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter begrüßt. Das ihm offenkundig freundlich gesonnene Quartett hat sich wagenburgähnlich vor der Tür positioniert. Deren Sorge, dass es wie am Vortag zu Tumulten kommen könnte, sollte sich nicht bewahrheiten.

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