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Hochschulen : Spielwiese in St. Petersburg

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Die Leibniz-Universität in Hannover - hier der überfüllte Audimax bei der Erstsemesterbegrüßung - ist Partner der St.Petersburger. Bild: dpa

Deutsche Partner und ehrgeizige Ziele für Jungingenieure: In Berlin stellt sich eine Hochschule vor, die unter all den internationalen Spitzen-Unis leicht übersehen wird.

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          Die internationale Hochschulzusammenarbeit sei „eine Art Gegengewicht zu den politischen Schwierigkeiten“, sagte Andrej Rudskoj, Rektor der Polytechnischen Peter-der-Große-Universität St. Petersburg. Sie hat rund 33000 Studierende und gilt für angehende Ingenieure als eine der wichtigsten Hochschulen in Russland. Am 6. und 7. Februar war sie Gastgeber des „Polytech Treffens 2020“ im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin. Rund 400 Personen aus 21 Ländern nahmen daran teil: Studierende, Wissenschaftler, Bildungsmanager und Vertreter von Unternehmen.

          Mit dem „Polytech Treffen 2020“ wollte sich die Petersburger Hochschule als attraktiver Kooperationspartner präsentieren und, wie es in der Einladung hieß, „in Europa fortschrittliche Technologien für Industrie, Wissenschaft und Bildung“ vorstellen. Im Mittelpunkt stehen nach den Worten von Rektor Rudskoj Konzepte für die Industrie 4.0. So sei die Hochschule federführend bei der Prüfung von technischen Systemen, etwa von Autos und Zügen, für die sogenannte digitale Zwillinge genutzt werden.

          „Deutschland ist unser wichtigster Partner in Europa“, sagte Rudskoj. Er sei stolz auf die langjährige Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten. Als die Hochschule im Jahr 1899 gegründet wurde, stammten 40 Prozent der Lehrkräfte aus Deutschland. Bis etwa 1907 wurde auf Deutsch und Russisch unterrichtet. „Wir haben unsere Ingenieure schon damals so ausgebildet, wie es in Deutschland üblich ist“, sagte Rudskoj. „Und wir wollen damit fortfahren.“

          Siemens-Labor für KI in der Industrie

          Die Hochschule kooperiert mit vielen deutschen Unternehmen, allen voran Siemens. „Wir sind seit fast 170 Jahren in Russland tätig und haben auch mitgeholfen, die Polytechnische Peter-der-Große-Universität St. Petersburg zu gründen“, sagte Martin Gitsels, stellvertretender Leiter von Siemens in Russland. „Die Hochschule bietet uns eine große Spielwiese, um verschiedenste Themen zu entwickeln.“ So habe Siemens dort ein Labor eröffnet, in dem über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie geforscht werde. „Wir wollen in Russland für Russland und aus Russland heraus Technologien entwickeln.“

          Seit 35 Jahren verbindet die Petersburger Hochschule zudem eine Partnerschaft mit der Leibniz Universität Hannover. Erste Schritte dazu wurden 1967 unternommen, berichtete Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität. Da beide Unis technisch-naturwissenschaftlich ausgerichtet seien, habe sich bald ein reger fachlicher Austausch entwickelt, in den immer mehr Fächer einbezogen worden seien. Inzwischen bieten Hannover und St. Petersburg ein Double-Degree-Programm an: Maschinenbau-Studierende erhalten einen Abschluss beider Hochschulen, nachdem sie dort Lehrveranstaltungen besucht haben.

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