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Was bringt die Erleuchtung? Im Silicon Valley meinen manche: kleine Dosen LSD Bild: Picture-Alliance

Hirndoping am Arbeitsplatz : LSD im Büro?

  • -Aktualisiert am

Koffeintabletten und Energydrinks gehören für viele zum Büroalltag. In amerikanischen Start-ups wird verstärkt zu illegalen Substanzen gegriffen. Aber auch die Deutschen „dopen“ am Arbeitsplatz.

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          Als Paul Austin im Juni 2015 zum ersten Mal LSD konsumiert, erscheint ihm das wie eine Offenbarung. „Ich war schon immer ein eher introvertierter Mensch. Plötzlich konnte ich aus mir herausgehen, wesentlich leichter soziale Kontakte knüpfen.“ Austin hatte zuvor schon gelegentlich Marihuana und psychoaktive Pilze konsumiert, doch erst die Einnahme der halbsynthetischen Droge markierte für ihn einen Wendepunkt in seinem Leben. „Ich war plötzlich gleichzeitig fokussiert und kreativ, war zu komplexeren Denkprozessen fähig, hatte ganz neue Ideen“, erinnert er sich. Eine Wirkung, die ihm bei seiner damals gerade anlaufenden Gründung eines Unternehmens für digitale Englisch-Kurse zupasskam. Sieben Monate lang nahm der heute 28 Jahre alte New Yorker deshalb alle vier Tage eine sogenannte Mikrodosis von etwa 6 bis 20 Mikrogramm LSD ein; mittlerweile konsumiert er die Droge nur noch „gelegentlich“. Seit dieser Erfahrung wirbt Austin unter dem Titel „The Third Wave“ für die Mikrodosierung von Psychedelika und bietet Interessierten sogar Beratung und Anleitung an. Er will LSD hoffähig machen. Mit einem klaren Zweck: mehr Leistungsfähigkeit in der Arbeitswelt.

          Den Arbeitstag mit einer kleinen Dosis LSD zu beginnen – das klingt in den Ohren der meisten Menschen völlig abwegig. Ein guter Kaffee und damit eine ordentliche Portion Koffein am Morgen – das ist Normalität in deutschen Büros. Auch Energydrinks sind in der Arbeitswelt beliebt; gerade in der Start-up-Kultur fehlt selten ein Kühlschrank mit stark koffeinhaltigen Kaltgetränken. Glucose, der berühmte Traubenzucker, gilt ebenfalls als Wachmacher und ist ein täglicher Begleiter vieler Jugendlicher in der Schultasche. Auch Nikotin wird weit weniger verteufelt als illegale Substanzen.

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