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Hidden Champions : Klein und doch ganz groß

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Nach welchen Hochschulabsolventen suchen die Unternehmen?

Sie suchen in der Regel fachlich gut aufgestellte Leute, zum Beispiel aus den Bereichen Maschinenbau, Ingenieurwesen, aber auch Wirtschaftsinformatiker und ITler, die das Thema Digitalisierung im Unternehmen vorantreiben können. „Dabei steht eine gute Note gar nicht so im Vordergrund, mehr wird auf die Persönlichkeit eines Kandidaten geschaut“, weiß Laura Albers, Projektmanagerin des Online-Portals „Karriere im Familienunternehmen“. Wichtig sei vor allem, eine Hands-on-Mentalität mitzubringen. „Das heißt, Bewerber sollten sich schnell in einen neuen Kontext hineinfinden und die Dinge so anpacken können, wie sie gerade sind.“ Gesucht werden also bodenständige Typen, die eine Aufgabe praktisch angehen, anstatt sich erst einmal mit abgehobenen strategischen Überlegungen aufzuhalten, ergänzt Kümmerle: „Damit sollte es Bewerbern auch weniger um Status im Beruf gehen, sondern in erster Linie um den Spaß an der Leistung.“

Welche Möglichkeiten des Berufseinstiegs gibt es?

Je nach Unternehmen ist ein Einstieg für Hochschulabsolventen über ein Traineeprogramm in unterschiedlichen Abteilungen, aber auch direkt auf eine ausgeschriebene Stelle möglich. „Als Berufseinsteiger sollte man sich bei Stellenausschreibungen nicht daran stören, wenn bereits erste Jahre Berufserfahrungen gefordert werden“, rät Funke. Wenn die fachliche Qualifikation stimme, könne es trotzdem klappen, denn häufig hätten die Unternehmen Probleme, gute Leute zu finden, vor allem wenn ihr Standort wenig attraktiv erscheine. Deshalb empfiehlt die Beraterin vielen, sich sogar zu bewerben, auch wenn eine passende Stelle gerade nicht ausgeschrieben ist. „Wenn das Profil eines Bewerbers interessant klingt und seine Darstellung überzeugend ist, kann es vorkommen, dass ein Unternehmen eine passende Stelle für diesen Kandidaten schafft, um ihn für sich zu gewinnen“, berichtet auch Albers.

Welche Karrierechancen hat man?

„In Familienunternehmen ist es im Gegensatz zu Konzernen weniger eine Frage der internen Politik, wer befördert wird. Die Beförderung wird in erster Linie an der tatsächlichen Leistung gemessen“, sagt Kümmerle. Allerdings sei eine Voraussetzung in vielen Fällen auch, ein gutes Verhältnis zur Gründerfamilie zu haben, „sonst kommt man wohl nicht so weit hoch, wie es möglich wäre“. Interessant gerade für Berufseinsteiger: In Familienunternehmen beziehungsweise bei Hidden Champions gibt es in der Regel die Option, sowohl eine Managementlaufbahn einzuschlagen, also beispielsweise Abteilungsleiter zu werden, als auch die Entwicklungslaufbahn zu verfolgen und etwa Spezialist für eine bestimmte Entwicklung und damit Projektentwickler in einer Sparte zu werden.

Wie finden Absolventen das passende Unternehmen?

Da die Unternehmen wenig Werbung für sich machen, sind ihre Namen auch Hochschulabsolventen meist weniger geläufig. Um sich einen ersten Überblick von Hidden Champions in Deutschland zu verschaffen, kann ein Blick in eine der verschiedenen Listen und Rankings im Internet helfen. Zudem gibt es regelmäßig spezielle Karrieremessen wie den „Karrieretag Familienunternehmen“, auf denen man Kontakt zu den geheimen Weltmarktführern knüpfen kann. Aber auch auf den regulären großen Jobmessen wie der Connecticum trifft man einige von ihnen, wenn man sich abseits der Stände bekannter Namen auch mal nach links und rechts orientiert. Konkrete Stellenangebote und Firmenprofile gibt es zudem auf den Portalen von „Karriere im Familienunternehmen“ und yourfirm.de.

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