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Das richtige Hemd : Hemdenkunde für Einsteiger

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Auf drei Merkmale sollte man zudem besonders achten: Nähte, Knöpfe und die Rückenpasse. Je mehr Stiche eine Naht hat, desto haltbarer ist das Hemd. Bei hochwertigen Maßhemden etwa gilt die Faustregel: Acht Stiche pro Zentimeter sollten es sein. Knöpfe sind heutzutage meist aus Plastik, hochwertige Hemden allerdings besitzen Perlmuttknöpfe. Sie sehen nicht nur edler aus, sondern sind auch widerstandsfähiger. Und bei der Rückenpasse handelt es sich um den oberen Teil vom Hemdrücken. Da fast niemand exakt gleich hohe Schultern hat, hilft eine geteilte Naht, das Hemd an die Statur des Trägers anzupassen.

Kragenstäbchen geben Halt

Die Wahl von Kragen, Manschetten und Manschettenknöpfen derweil ist eine Typ- und Geschmacksfrage. Ein Klassiker ist mittlerweile der etwas weiter ausgestellte Haifischkragen. Doch auch mit dem Kentkragen, bei dem die Kragenenden dichter zusammenstehen und der sich deshalb selbst ohne Krawatte und aufgeknöpft gut tragen lässt, liegt man immer richtig. „Der Kragen muss zum Gesicht und Körper passen“, rät Tom Reimer. „Im Zweifel würde ich immer lieber einen guten Klassiker wählen als einen Kragen, der zu groß oder verspielt ist.“ Achten sollte man zudem auf die Kragenstäbchen. Sie geben dem Hemdkragen eine gewisse Steifheit und verhindern, dass die Spitzen hochstehen. Bei einem guten Hemd lassen sich diese vor dem Waschen herausnehmen und sind aus biegsamem Kunststoff.

Die Qual der Wahl haben Hemdenträger auch bei der Manschette: Es gibt Manschetten mit eckigen Enden (seltener mit runden), einfache und Doppelmanschetten. Am populärsten ist die Sportmanschette, die mit einem gewöhnlichen Knopf geschlossen wird. Sie ist an jedem normalen Hemd zu finden und das Design für den Alltag. Für formelle oder festliche Anlässe macht jedoch die Doppelmanschette am meisten her. Sie wird einmal in Richtung Handgelenk umgeschlagen und dann mit einem Manschettenknopf geschlossen. „Manschettenknöpfe sind auf jeden Fall schön“, sagt Tom Reimer. Allerdings sei auch hier Zurückhaltung angesagt. „Man muss aufpassen, dass man nicht besser aussieht als der Chef. Und Themen- oder Micky-Maus-Knöpfe gehen sowieso gar nicht.“ Die beste Wahl seien dezente Manschettenknöpfe in Schwarz oder Silber.

Marken- oder Maßhemden?

Die Manschette selbst stammt übrigens noch aus der Zeit, als das Hemd etwas länger halten musste. Waren die Manschetten abgenutzt, konnte man sie bei einem Schneider auswechseln lassen, ohne gleich das ganze Hemd wegwerfen zu müssen. „Wer sparsam sein will, kann sich auch heute noch Ersatzmanschetten und -kragen bestellen“, verrät Reimer. Rund 80 Euro muss man laut Reimer für ein gutes Hemd auf den Tisch legen. Konfektionshemden der Eigenmarken bekommt man beim Herrenausstatter schon zwischen 30 und 50 Euro, Markenhemden liegen zwischen 50 und 100 Euro. Wer Wert auf Perlmuttknöpfe und eine Rückenpasse legt, landet eher bei 120 bis 200 Euro. Ab 200 Euro gibt es Maßhemden.

Die Walbusch-Studie ergab auch: Die Hälfte aller Männer wählt Hemden ganz spontan aus, und 29 Prozent greifen bei einem günstigen Angebot zu. „Männer haben ein ganz anderes Konsumverhalten als Frauen“, bestätigt Reimer. „Die meisten wollen den Hemdenkauf schnell erledigen und kaufen deshalb ein halbes Dutzend auf einmal.“ In Wirklichkeit jedoch will der Hemdenkauf gut überlegt sein. Das Hemd ist nämlich nicht nur die Basis eines guten Outfits, sondern es sagt auch viel über dessen Träger aus. „Eine gute Hemdenwahl deutet auf Zurückhaltung hin“, so Reimer. „Im Geschäftsleben ist das gegenüber demjenigen, der mit einem auffälligen Hemd sagt: ‚Guck mal, hier bin ich‘, vielleicht durchaus zu bevorzugen.“

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