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Arbeiten im Start-up : „In einem Start-up zu arbeiten ist heute eine valide Option“

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Ich habe in Bayreuth Philosophy and Economics studiert, also nicht ganz klassische BWL. Das war spannend, weil meine Kommilitonen extrem unterschiedliche Hintergründe und extrem unterschiedliche Einstellungen hatten. Genau das richtige Studium, um Offenheit, methodischen Zweifel sowie Freude an Debatte und Diskussion auszuleben. Die Uni hat mir viel Spaß gemacht – damals war ich noch nicht fokussiert darauf, ein Unternehmen zu gründen. Ich wollte verstehen, wie Land und Gesellschaft funktionieren, und habe vieles ausprobiert: etwa ein Praktikum im Europaparlament. Meine Bachelorarbeit habe ich beim Bundesverband der Arbeitgeberverbände geschrieben. Ich hatte den Optimismus, dass nicht alles gnadenlos karrieristischen Kategorien unterliegen muss. Nach dem Bachelor habe ich mich bei BMW in München in einer Abteilung für SAP-Projekte wiedergefunden. Das war erst mal ein Schock, da ich vorher keinerlei Affinität für das Thema IT hatte – und ich dachte, die Welt geht unter. Letztlich hat es sich aber dann so gut entwickelt, dass ich nach meinem Praktikum ein Jahr in Vollzeit eingestiegen bin, um meine Projekte weiter auszurollen. Das hat zwar Spaß gemacht, die Kollegen waren super, jedoch habe ich in der Zeit auch gemerkt, dass ich meinen Berufseinstieg nicht in einem so großen Unternehmen plane. Daher habe ich mich parallel noch um einen Master beworben – auch um mich klarer im Bereich BWL und Management zu positionieren.

Das heißt, du hast das Beste gemacht aus dem Gefühl, in einer Einbahnstraße gelandet zu sein?

Die BMW-Erfahrung war in dem Sinne keine Abschreckung, sondern machte vielmehr deutlich, dass das Erfahrene noch nicht das war, was ich für mich wollte. Weil ich im Bachelor zwar ein Auslandspraktikum, aber kein Auslandssemester gemacht hatte, war es eine schöne Option, Ausland und Studium zu verknüpfen.

Was macht dir an der täglichen Arbeit am meisten Spaß?

Das sind viele Dinge: Die Zusammenarbeit mit meinem Team, die Ambitionen, die wir haben, oder auch die Auswirkungen unserer Arbeit in der realen Welt. Hilfe im Haushalt ist ein Thema, das immer mehr Bedeutung gewinnt. Menschen finden über unsere Plattform Unterstützung im Haushalt und haben somit mehr Zeit für andere Dinge. Gleichzeitig ermöglichen wir Zehntausenden Reinigungskräften, sicher und transparent Geld zu verdienen. Seit der Gründung 2014 sieht man auch die Entwicklung von so vielen Mitarbeitern, zum Beispiel wenn ehemalige Praktikantinnen heute verantwortlich sind für die globale Kommunikation. Diese Lebenswege zu sehen, Leute zu begleiten, die in der Zeit Kinder bekommen haben, nach einem Jahr Pause wieder zurückkommen, oder zu sehen, dass wir uns als Unternehmen, aber auch als Menschen und Team gemeinsam entwickeln und gemeinsam den Weg gehen – das sind wirklich schöne Aspekte.

Das Interview führte Julia Hoscislawski.

Benedikt Franke, 1983 in Köln geboren, ist CEO und einer der Gründer von Helpling, Europas führendem Online-Marktplatz für Haushaltsdienstleistungen. Er hat seinen Bachelor in Philosophy and Economics in Bayreuth und den Master an der ESCP Europe in London und der EGADE Business School in Monterrey, Mexiko, erworben. Nach dem Masterstudium arbeitete er als Associate für die Boston Consulting Group in Hamburg, bevor er 2009 zu Rocket Internet stieß. Gemeinsam mit Philip Huffmann gründete Benedikt Anfang 2010 seine erste Firma: die Latin American Media Group, ein Content- und Werbenetzwerk exklusiver Lifestyle-Blogger in Lateinamerika. 2014 riefen Franke und Huffmann Helpling ins Leben.

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