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Grüne Start-ups : „Mittlerweile gibt es in Deutschland ein Ökosystem an nachhaltigen Start-ups“

  • Aktualisiert am

Bild: Borderstep Institut/Joern Neumann

Alexander Schabel leitet am Borderstep Institut in Berlin das Portal für die „grüne“ Gründerszene Start-Green.net. Im Gespräch erzählt er, wie der Einstieg bei Start-ups mit Nachhaltigkeitsanspruch gelingt.

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          Herr Schabel, Sie arbeiten am Borderstep Institut. Die anwendungsorientierte Forschungseinrichtung beschäftigt sich mit Innovations- und Entrepreneurshipforschung – und will zur grünen Transformation von Wirtschaftsprozessen und Lebensstilen beitragen. Wie sind Sie selbst auf das Thema Nachhaltigkeit aufmerksam geworden?

          Die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit begann für mich mitten in meinem Bachelorstudium. Ich hatte zwar grundsätzlich Freude an den Inhalten meines Studiengangs International Business, merkte allerdings bald, dass ein allzu traditioneller Blick auf unser Wirtschaften Schwächen hat. So werden etwa die ökologischen und sozialen Auswirkungen unseres Konsums nicht hinreichend berücksichtigt. Ich begann vieles kritischer zu betrachten und interessierte mich nach und nach für Fragen der Nachhaltigkeit. Ich wollte mehr darüber wissen, wie sich unser Wirtschaften auf Umwelt und Gesellschaft auswirkt, und verstehen, welche Lösungen es für diese großen Herausforderungen unserer Zeit gibt. In meinem Master habe ich darauf meinen Schwerpunkt gesetzt.

          Wie wichtig ist es, wenn man im Bereich Nachhaltigkeit arbeiten möchte, sich damit schon im Studium zu beschäftigen?

          Grundsätzlich ist es sicher hilfreich, sich frühzeitig mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Der Bereich hat sich in den vergangenen Jahren weiter professionalisiert und verlangt zunehmend nach Personen, die ein gutes Verständnis von den komplexen Zusammenhängen und Methoden haben. Als reiner Überzeugungstäter hat man es heutzutage sicher schwerer als noch vor einigen Jahren. Ein Studienschwerpunkt im Bereich Nachhaltigkeit bereitet einen besser auf die Jobsuche vor und zeigt potentiellen Arbeitgebern, dass ein echtes Interesse an der Thematik besteht.

          Nachhaltige Unternehmen fokussieren sich meist auf technische oder soziale Fragen. Können Sie die beiden Bereiche „Green Technology“ und „Social Entrepreneurship“ kurz beschreiben und erklären, wo die Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei den Geschäftsmodellen liegen?

          Der Begriff „Social Entrepreneurship“ hat in den vergangenen Jahren stark an Sichtbarkeit gewonnen, was sehr zu begrüßen ist. Eine trennscharfe Definition zwischen „grünen“ und „sozialen“ Unternehmen und Start-ups ist jedoch schwierig – und in vielen Fällen auch nicht unbedingt notwendig. Beide Arten von Unternehmen haben die Gemeinsamkeit, Lösungen für die ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Manche Unternehmen tun dies, indem sie grüne Technologien entwickeln, andere, indem sie wirtschaftlich oder gesellschaftlich benachteiligte Personen unterstützen. Oft geht auch beides Hand in Hand, wie zum Beispiel bei der Entwicklung und dem Vertrieb von innovativer Solartechnik in Afrika. Meiner Ansicht nach sollten sowohl bestehende Unternehmen als auch Start-ups ökologische und soziale Aspekte im Kern ihres Geschäftsmodells verankern. Nur so kann eine langfristige Zukunftssicherung erreicht werden. Eine gute Basis für die Auseinandersetzung bilden beispielsweise die globalen Nachhaltigkeitsziele – die „Sustainable Development Goa­ls“(SDGs) der Vereinten Nationen.

          Wo finden Berufseinsteiger Informationen zu nachhaltigen Start-ups?

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