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Giffeys Doktorarbeit : Abschlussbericht findet 238 Plagiate

  • -Aktualisiert am

Franziska Giffey Bild: EPA

Seit Wochen wird über Plagiate in der Dissertation von Familienministerin Franziska Giffey diskutiert. Gesammelt werden sie von Wissenschaftlern der Plattform „VroniPlag Wiki“. Nun liegt der Abschlussbericht vor.

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          Nach Informationen von FAZ.NET belastet der Abschlussbericht der Plattform „VroniPlag Wiki“ über den Plagiatsfall Franziska Giffey die Familienministerin stärker als noch vor wenigen Wochen angenommen. Giffeys Arbeit mit dem Titel „Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft“ hat 205 Seiten im Hauptteil. Auf 76 dieser Seiten wurden Plagiate dokumentiert, was einem Anteil von 37,1 Prozent entspricht. Dieser Anteil ist seit den früheren Berichterstattungen über den Fall noch einmal enorm gewachsen, im Februar ging man noch von 24 Prozent aus.

          Zwar sagt dieser Prozentwert an sich wenig aus. Allerdings ist die Zahl der reinen Plagiatspassagen inzwischen ebenfalls in die Höhe geschossen. Insgesamt liegen nun 119 Plagiate vor, bei fünf weiteren Passagen folgt der Text einem in einer anderen Sprache verfassten Quellentext in wörtlicher oder sinngemäßer Übersetzung („Übersetzungsplagiate“). Bei 48 weiteren Fragmenten handelt es sich um Übernahmen ohne Verweis auf die Quelle („Verschleierungen“ oder „Komplettplagiate“). Schließlich ist bei 66 weiteren Fragmenten die Quelle zwar angegeben, die Übernahme jedoch nicht ausreichend gekennzeichnet. Das bezeichnen Plagiatsforscher als sogenanntes „Bauernopfer“.

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