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Geschlechtergerechte Sprache : Die Ersatzreligion der sprachlichen Anbiederung

  • -Aktualisiert am

Bild: Coyote III/CC BY-SA 4.0

Die Stadt Hannover setzt sich über das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung hinweg. Damit ignoriert eine Staatsbehörde die Erkenntnisse der Grammatikforschung.

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          Die Grammatiken des Deutschen sind sich darüber einig, dass das grammatische Geschlecht, das Genus, mit dem natürlichen Geschlecht, dem Sexus, nicht viel zu tun hat. Die Stadt Hannover sieht das anders. Sie hat Anfang des Jahres angeordnet, dass ihre Mitarbeiter sich im Dienstbetrieb einer geschlechtergerechten Sprache zu bedienen haben. Was das ist, hat sie in einer Handreichung dargestellt.

          Was Sexus ist, weiß jeder. Aber was ist Genus? Genus ist ein Mittel, den großen Bestand der Substantive zu ordnen und innerhalb der Nominalgruppe Kongruenz herzustellen, das heißt dafür zu sorgen, dass Substantiv, Artikel, Adjektiv und Pronomen zusammenpassen. Die alten Griechen nannten dieses Mittel génos (von gígnomai „entstehen, werden“), die Römer genus, was „Familie, Geschlecht, Stamm“ oder „Gattung, Art, Sorte“ bedeutet. Allerdings riss schon Aristophanes im fünften Jahrhundert vor Christus Witze über die Zweideutigkeit von génos, so in der Komödie „Die Wolken“ (423 v. Chr.), in der er Sokrates Menschen- und Tiernamen gendern und über das „richtige“ Genus des femininen Wortes kárdopos (Mulde, Backtrog) scherzen lässt.

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