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Geschlechterforschung : Warum Frauen am DVD-Spieler scheitern

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Von Männern für Männer gemacht, weiß die Genderforschung Bild: picture alliance / RelaXimages

An Hunderten Lehrstühlen studieren junge Menschen Geschlechterforschung. Sie müssen viel aushalten: Um ihr Fach gibt es ständig Streit. Ist das überhaupt Wissenschaft?

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          Die eigenwillige Terminologie verrät sofort, dass dies ein Studienfach ist, um das ein ideologischer Kampf tobt: „Studienführerin Gender“ heißt etwa das Studien-Informationsportal für Gender Studies an der Philipps-Universität Marburg. Sprachlich noch verwirrender ist, dass Studieninteressierte über die Entstehung dieses Informationsportals in der „Herstory“ nachlesen können. Nein, das ist kein Tippfehler, sondern offenbar die weibliche Form von „History“. Schließlich versteckt sich in dem englischen Wort für „Geschichte“ das männliche Possessivpronomen „his“. Das hat zwar nichts mit der Wortabstammung aus dem altgriechischem „historia“ zu tun, aber hier geht es um anderes: um geschlechterkorrekte Sprache, weitläufig als „Gendern“ bekannt. Viele Gender-Forscher sehen eine neutrale Sprache als Grundlage der Gleichberechtigung von Mann und Frau an. Es ist solche Dogmatik, die den Studiengang speziell macht. Denn Wissenschaftlern, Lehrenden und Lernenden in diesem Fach geht es oft um nichts weniger als um eine Neuordnung der Gesellschaft.

          Das polarisiert. Das Studienfach Gender Studies, zu Deutsch Geschlechterforschung, beschäftigt sich mit den Einflüssen des Geschlechts auf Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Gender bezeichnet dabei die soziokulturelle Idee von Mann und Frau, nicht das biologische Geschlecht. Sprachlich ist das im Deutschen schwer zu trennen, im Englischen indes geht es leichter: Da heißt das biologische Geschlecht „sex“ und die soziokulturelle Idee „gender“. Gender-Forscher bedienen sich denn auch gern der englischen Bezeichnung ihres Fachs; die Unterscheidung von „sex“ und „gender“ ist für sie unglaublich wichtig. Einige Gender-Theoretiker behaupten gar, dass Weiblichkeit und Männlichkeit nur gesellschaftlich konstruiert seien. Somit könne unabhängig des primären Geschlechtsorgans jeder männlich oder weiblich sein.

          Wurzeln in der Frauenforschung

          Die Grenze des Fachs zur Sozialpolitik ist verschwommen: In Niedersachsen steht die Förderung der Gender Studies sogar im Hochschulgesetz. Auch haben Politiker in den vergangenen Jahren immer wieder Gender-Studies-Lehrstühle gefördert. Im Jahr 2010 gab es 150, heute schwanken Schätzungen zwischen 200 und 250 Gender-Professuren, die meist mit Professorinnen besetzt sind. Und trotz dieser Zahlen muss das Fach wie kaum ein anderes darum kämpfen, überhaupt als echte Wissenschaft gesehen zu werden.

          Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich die Gender Studies auch mit dem Feminismus beschäftigen. Dies geht zum einen auf die amerikanische Philosophin und Gender-Pionierin Judith Butler zurück. Zum anderen erklärt sich der Schwerpunkt aus der Geschichte des Studienfaches, das ursprünglich der Frauenforschung entsprang. Studenten des Faches sind sensibel dafür, oft in die Aktivisten-Ecke gestellt zu werden, und betonen gern, wie sehr es ihnen um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema geht. „Man muss diese Theorien immer in einem kritischen Kontext betrachten“, sagt etwa Fabienne Fröhlich, die Gender Studies im Master an der Universität Freiburg studiert.

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