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Rassismus : Warum Fulbrights Sockel wackelt

  • -Aktualisiert am

Ist jetzt mit einem QR-Verweis zur erklärenden Website versehen: Die umstrittene Statue von J. William Fulbright Bild: Getty

J. William Fulbright wird als Wegbereiter des internationalen Wissenschaftsaustausches bislang respektiert. In Arkansas ist ihm sogar eine Statue gewidmet. Doch der verstorbene Senator war auch ein bekennender Rassist.

          7 Min.

          Jeden Tag an diesem Denkmal vorbeizulaufen ist entmutigend. Einem sinkt das Herz.“ So beschreibt Ani-ya Beasley ihre Gefühle, wenn sie die Statue von J. William Fulbright passiert. Das Denkmal steht vor dem gleichnamigen College an der amerikanischen University of Arkansas in Fayetteville. Der 1995 verstorbene Senator ist ihr berühmtester Absolvent. Sein Name ist aufgrund des gleichnamigen Programms überall auf der Welt Synonym für wissenschaftliche Kooperation über Länder- und Kulturgrenzen hinweg. Beasley geht auf das nach Fulbright benannte College – sie ist Afroamerikanerin und will später Medizin studieren. Sie und andere Schwarze an der öffentlichen Hochschule werden durch die allgegenwärtigen Ehrungen Fulbrights vor allem an eines erinnert – dass Fulbright ein überzeugter Rassist war.

          Der Senator kämpfte als einer der einflussreichsten „Segregationisten“ in der Demokratischen Partei für die sogenannte „Rassentrennung“, die es im Süden bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab. In den letzten Jahren wurden vielerorts die Statuen von Rassisten und Sklavenhaltern abgebaut – nach dem Mord an George Floyd 2020 erhielt die Bewegung dafür besonderen Rückhalt. Von Charleston bis Sacramento, von New York bis New Orleans wackelten die Sockel unter steinernen Erinnerungen an Südstaatengeneräle und rassistische Politiker.

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