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Karriere machen : Früher Black Box, heute Business-Treiber

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Eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein erfolgreicher CIO zudem mitbringen sollte, ist die Gabe, Impulse aus anderen Branchen und Bereichen aufnehmen und sinnvoll verarbeiten zu können. Virtual-Reality-Brillen etwa seien aus dem Gaming oder der Planung großer Industrieanlagen bekannt, meint der TUI-CIO. Er fragt sich aber auch: „Ist es nicht denkbar, dass ein TUI-Kunde unsere Clubanlage in Portugal gern einmal virtuell besichtigen würde, bevor er sie bucht?“

Lust an neuen Technologien ist essentiell für jemanden, der seinem Arbeitgeber bei der immer noch andauernden digitalen Transformation helfen soll. In einigen Unternehmen übernimmt diese Aufgabe komplett der CIO, immer häufiger gibt es zusätzlich einen Chief Digital Officer. So wie bei TUI, SAP, McDonald’s, Toyota, Starbucks, Nestlé oder L’Oréal. Einen CDO, der tatsächlich auf Vorstandsebene angesiedelt ist, haben laut einer Studie von Kienbaum allerdings nur neun Prozent der deutschen Unternehmen ernannt. Julia Dous, Senior-Consultant Executive-Search bei der Unternehmensberatung, ist überzeugt: Wir stehen noch am Anfang der Möglichkeiten, die uns die Digitalisierung bietet. In ihren Augen verlangt der Wandel unter anderem einen neuen Führungstyp. Die geringe Halbwertszeit von Wissen sowie die Individualisierung und Flexibilisierung von Arbeit führen dazu, dass ein Chef nicht mehr dirigieren, sondern inspirieren muss. „In digital geprägten Team- und Unternehmenskulturen werden Vernetzung, Moderation und Mentoring zu zentralen Aufgaben“, so Dous.

Die Kommunikationsbranche geht voran

Eine Branche, die sich besonders früh mit neuen Technologien befassen muss, ist die Kommunikationsbranche. Immerhin muss sie nicht nur ihre eigenen Prozesse, Strukturen und Geschäftsmodelle aufbrechen, sondern auch ihre Kunden diesbezüglich beraten. Ein Chief Information, Chief Technology oder Chief Digital Officer ist in Werbeagenturen keine Seltenheit. Bei Thjnk bekleidet Jan Bechler die Position des Chief Digital Officers. Der 36-Jährige ist gemeinsam mit der Führungsmannschaft für die digitale Transformation der Agenturgruppe verantwortlich. Und damit für Orientierung und Lösungen, die dem Kunden wirklich helfen. Zudem ist Bechler einer der Geschäftsführer der Tochterfirma Upljft, eines Joint Venture für Brandingkampagnen auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. Ebenfalls zu seinen Aufgaben gehören die Beratung von Bestandskunden, die Unterstützung der Agentur bei Pitches um neue Etats und nicht zuletzt die Begeisterung für digitale Themen. Da sich diese in ständigem Wandel befinden, muss er sich stets informiert und inspiriert halten. Reisen gehören zum Tagesgeschäft.

Überhaupt spielen Weiterbildung und Neugier eine entscheidende Rolle in der Karriere eines CDO. Denn einen typischen Werdegang gibt es laut Bechler nicht. Er selbst studierte Marketing und machte später einen MBA an der Hamburg Media School. Andere CDOs kommen aus der Betriebswirtschaft oder aus technischen Studiengängen. Welche Fähigkeiten sind es also, die einen guten CDO ausmachen? „Mut, Beharrlichkeit und ein dickes Fell“, fasst Bechler zusammen. „Wer Dinge verändern will – und darum geht es ja bei der digitalen Transformation –, wird immer mal Gegenwind haben.“ Auch Thjnk-Gründer und -Vorstand Michael Trautmann ist überzeugt, dass Veränderungswillen und eine gewisse Frustrationstoleranz unbedingt zum Skillset eines CDO gehören. Darüber hinaus erwartet er von ihm: diplomatisches Geschick, die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu vermitteln, und Eloquenz im Auftritt.

Mit all diesen Fähigkeiten, so glauben einige Beobachter, sind die obersten IT- und Digitalmanager auf dem besten Weg, die CEOs von morgen zu werden. 

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