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Bildung in Deutschland : Warum wir eine Kehrtwende bei den Fremdsprachen brauchen

  • -Aktualisiert am

Der Fremdsprachenunterricht soll neu gedacht werden. Bild: dpa

Schulen müssen sich gegen die Konkurrenz durch Apps wehren und die Lehrerbildung muss die Nivellierung nach unten durchbrechen. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Fremdsprachen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg – nach einer kurzen Rückbesinnung auf das dem altsprachlichen Unterricht entlehnte Bildungsprinzip – immer stärker utilitaristisch unterrichtet. Vorschub leisteten dabei vom Behaviorismus genährte Methoden – viele Schüler der damaligen Zeit werden sich an einschlägige Drills in Sprachlabors erinnern. Sowohl in der DDR als auch im Westen setzten sich dann dem Ziel „kommunikativer Kompetenz“ verpflichtete Ansätze durch, die aber weiterhin ein deutliches Augenmerk auf sprachliche Richtigkeit, die Orientierung an muttersprachlichen Modellen und die Auseinandersetzung mit bildenden, hochkulturellen Inhalten im fortgeschrittenen Unterricht legten.

          Mit der in den Bildungsstandards der Jahre 2003 und 2012 zementierten Orientierung am Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) wurden der Native Speaker und das Erlernen „korrekter“ sprachlicher Formen als Zielnormen jedoch immer weiter zurückgedrängt. Die Entwicklung ist mit der – inzwischen teilweise korrigierten – „Reformierung“ des muttersprachlichen Schreibenlernens zu vergleichen, die auf der irrigen Annahme beruhte, dass sich eine korrekte Rechtschreibung irgendwann von selbst ergebe, wenn man zunächst ungehemmte Kreativität fördere.

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