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Berliner Schulsystem : Freie Fahrt für grundständige Gymnasien

  • -Aktualisiert am

In Berlin kommen Schüler erst in der 7. Klasse auf das Gymnasium – anders als in den anderen Bundesländern Bild: Julian Stratenschulte/dpa

In Berlin dauert die Grundschulzeit sechs Jahre – vor allem für begabte Kinder kann das zum Nachteil werden. Der Senat sollte deshalb seine Blockadehaltung im Sinne einer Qualitätsverbesserung aufgeben. Ein Gastbeitrag.

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          Dass Berlin anders tickt als der Rest der Republik, gilt inzwischen als Binsenweisheit. In Berliner Kneipen gibt es keine Sperrstunde – ein Eldorado für Nachtschwärmer und trinkfeste Touristen. Dem Berliner gilt als normal, was anderswo als Ordnungswidrigkeit geahndet würde. Fünf gerade sein lassen und über Fehler hinwegsehen wertet man als Schmiermittel des Großstadtlebens. Auch im Schulsystem gibt es Besonderheiten, die im Rest der Republik allerdings eher Befremden als Schmunzeln hervorrufen. So beginnen in Berlin die Gymnasien in der Regel mit der 7. Klasse. Von insgesamt 91 staatlichen Gymnasien ist es nur 36 Schulen erlaubt, grundständige Züge ab Klasse 5 einzurichten. Von den 23 privaten Gymnasien beginnen auch nicht alle mit Klasse 5.

          Über diese bildungspolitische Marotte könnte man hinwegsehen, wenn alle Grundschulen der Hauptstadt vorbildliche Arbeit ablieferten. Dem ist aber nicht so. Eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) aus dem Jahr 2017 belegt, dass in Berlin jeder dritte Viertklässler nicht die Mindeststandards in der Rechtschreibung erfüllt. Im Bundesgebiet gilt dies nur für jeden fünften.

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