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Frauenkarrieren : Spitzen-Frauen

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Bettina Limperg ist Präsidentin am Bundesgerichtshof.

Auch für Margret Suckale spielte auf dem Weg nach oben nicht nur ihre Ausbildung, sondern auch die ständige Weiterentwicklung eine wichtige Rolle. „Sich selbst zu beschreiben ist immer schwierig. Aber natürlich habe ich mir über die Jahre immer wieder aktiv Feedback eingeholt“, so die Managerin. Danach beschreibt sie sich als neugierig, konstruktiv und optimistisch, aber auch als jemanden, der mit Misserfolgen und Fehlern umgehen kann. Machtgebaren, um Ideen umzusetzen, seien ihr fremd. „Frauen wird ja zuweilen nahegelegt, sich im Job möglichst männlich zu verhalten, wenn sie aufsteigen wollen. An diesen Rat habe ich mich nie gehalten. Ich mag keine stereotypen Rollenbilder. Die diplomatische, deeskalierende Art, die man mir nachsagt, liegt eher an meiner familiären Prägung als daran, dass ich eine Frau bin.“

Der Kompetenzmix zählt

Vorstellungen typisch männlicher respektive typisch weiblicher Kompetenzen halten sich dennoch wacker. Wie so oft liegt der beste Führungsstil jedoch in der Mitte, wie djb-Vertreterin Ursula Matthiessen-Kreuder betont: „Die Mischung vermeintlich ‚männlicher‘ und typisch‚ weiblicher‘ Eigenschaften macht eine gute Führungskraft aus: Ein Team braucht Klarheit, Sachlichkeit und Zielorientierung. Wenn Frauen das von Männern lernen können, dann sollten sie das tun. Teams brauchen aber auch Verständnis und Unterstützung, und wenn Frauen das Männern voraushaben, dann sollten Männer es nachahmen.“

Brigitte Zypries leitete neun Jahre lang die Geschicke des Bundesjustizministeriums. Seit Januar ist sie Wirtschaftsministerin.

Allgemein raten erfolgreiche Juristinnen jungen Kolleginnen, sich selbst mehr zuzutrauen. Ja zu sagen zu neuen Aufgaben und sich nicht wegzuducken, sich Verbündete zu suchen, Schwierigkeiten und Umwege zuzulassen. Dazu gehöre auch, dass man Karriere nicht mit grenzenloser Verfügbarkeit verwechseln dürfe und sich von dem Missverständnis, Kindererziehung etwa sei allein Frauensache, freimachen müsse. „In der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind wir schon ein gutes Stück vorangekommen“, meint Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. „Trotzdem ist noch viel zu tun. Die Kinderbetreuung muss weiter verbessert werden, Firmen müssen für Frauen und Männer flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, Schulen müssen Ganztagsschulen sein.“ Letztlich brauche es aber einen Wertewandel. Männer sollten das Vatersein stärker als Bereicherung wahrnehmen, die gleichen Elternmonate nehmen wie die Mütter und die Zeit mit ihrem Kind genießen.

An der Schnittstelle zwischen Recht und Politik

Brigitte Zypries, selbst kinderlos, gehört ebenfalls zu den Juristinnen, die es ganz nach oben geschafft haben. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst an der Universität Gießen, in der Hessischen und in der Niedersächsischen Staatskanzlei sowie am Bundesverfassungsgericht. Später war sie Staatssekretärin und Mitglied des Deutschen Bundestags. Von 2002 bis 2009 war sie Bundesjustizministerin, im Januar trat sie als Wirtschaftsministerin die Nachfolge von Sigmar Gabriel an. „Der Vorteil eines juristischen Staatsexamens ist, dass die Berufsmöglichkeiten sehr vielfältig sind“, findet Zypries. Ein politischer Mensch sei sie schon während des Studiums gewesen. „Am Anfang meines Engagements in der Juso-Hochschulgruppe in Gießen wusste ich natürlich nicht, dass ich später einmal Berufspolitikerin sein würde.“ An der Schnittstelle zwischen Recht und Politik zu arbeiten fand sie spannend und habe das Angebot aus der Hessischen Staatskanzlei damals deshalb gern angenommen. Danach habe sich vieles auch zufällig ergeben – das „Frausein“ habe ihr nie geschadet, eher genützt. Als Person sei sie bekannt für klare Ansagen und sachlich geprägtes Handeln. „Dieser Pragmatismus hilft mir bei der Konzentration auf das Wesentliche“, so die Politikerin. Um erfolgreich zu sein, müsse man zu seiner Position stehen, dabei aber den eigenen Standpunkt auch auf den Prüfstein legen und gute Argumente von anderen aufnehmen. Teamfähigkeit sei nicht nur in der Politik, sondern auch in der Wirtschaft und der Justiz eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg.

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