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Frauen in Aufsichtsräten : Die Quote wirkt - bis sie erreicht ist

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Aufsichtsrätin – schon lange Jahre: Ann-Kristin Achleitner ist eines der bekannten weiblichen Gesichter aus deutschen Aufsichtsräten. Bild: dpa

In den Vorständen ist der Frauenanteil noch immer gering, aber wie sieht es in den Aufsichtsräten aus? Da geht es deutlich rascher voran, zeigt diese Erhebung.

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          Die Frauenquote wirkt. Das ist die Quintessenz einer neuen Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). Demnach ist der Frauenanteil in denjenigen Aufsichtsräten, die seit Januar 2016 unter die verbindliche Quotenregelung fallen, um gut vier Prozentpunkte auf mehr als 27 Prozent gestiegen. In den Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland insgesamt waren knapp 23 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten, was einer Steigerung um drei Prozentpunkte entsprach. In 60 Prozent der Dax-30-Unternehmen ist die 30-Prozent-Marke im vergangenen Jahr überschritten worden. Die Berechnungen des Instituts zeigten aber auch: Hat ein Unternehmen 30 Prozent Frauen im Aufsichtsrat erreicht, erhöht sich der Anteil hinterher kaum noch oder gar nicht mehr.

          Dass der Frauenanteil in Vorständen in Deutschland weiterhin gering bleibt, bestätigte sich in den Berechnungen ebenfalls: In den Vorständen der Top-200-Unternehmen waren Frauen Ende des Jahres 2016 zu gut acht Prozent vertreten. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von zwei Prozentpunkten. Dass Frauen in den Vorstandsetagen noch immer eine Seltenheit sind, hatte Anfang der Woche auch schon eine Erhebung der Wirtschaftsprüfung EY gezeigt: 45 weibliche Vorstände gibt es demnach in den 160 börsennotierten Unternehmen des Dax, M-Dax, S-Dax und Tec-Dax.

          Allerdings: Das Tempo, mit dem sich die Anteile in Vorständen und Aufsichtsräten erhöhen, hat im Vergleich zum Vorjahr etwas Fahrt aufgenommen, wie das DIW an diesem Mittwoch in Berlin berichtete. Trotzdem: Schreibt man die Entwicklung des Frauenanteils in den Führungsgremien der 200 umsatzstärksten Unternehmen fort, würde es nach DIW-Angaben noch mehr als 60 Jahre dauern, bis die Vorstände halb-halb mit Männern und Frauen besetzt sind.

          Nach Branchen betrachtet können die Beteiligungsunternehmen des Bundes den höchsten Frauenanteil in der Vorstandsebene vorweisen. Doch die Dynamik hat sich dort abgeschwächt; der Anstieg war deutlich geringer als im Vorjahr. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten liegt in dieser Sparte bei durchschnittlich 29 Prozent. In den Banken und Versicherungen stellen Frauen zwar mittlerweile die Mehrheit der Beschäftigten, bleiben aber in den Spitzengremien nach wie vor unterrepräsentiert: In den Aufsichtsräten der nach Bilanzsumme 100 größten Banken, lag der Frauenanteil bei rund 21 Prozent. In den 59 nach Beitragseinnahmen größten Versicherungen war er bei 22 Prozent.

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