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Plagiatsfall Giffey : Gipfelsturm ohne Sicherheitsnetz

  • -Aktualisiert am

Von einer Last befreit: die Freie Universität Berlin Bild: ddp

Mit der Aberkennung des Doktortitels beendet die FU Berlin einen selbstverschuldeten Skandal: Franziska Giffey hätte nie promoviert werden dürfen.

          4 Min.

          Der Doktorarbeit von Franziska Giffey ist eine außergewöhnliche Ehre zuteilgeworden. Sie wurde immer wieder von Hochschullehrern gelesen. Das erste Mal um die Jahreswende 2009/2010 von Doktormutter Tanja Anita Börzel und dem inzwischen verstorbenen Zweitgutachter Hartmut Häußermann. Beide fanden keine Plagiate und empfahlen die Verleihung des Doktorgrades. Bei der zweiten Prüfung 2019 entdeckte die von der Freien Universität (FU) eingesetzte Kommission mit Bernd Ladwig (Vorsitz), Edgar Grande, Miriam Hartlapp, Barbara Pfetsch und Ingo Peters 27 Plagiate und erteilte eine im Berliner Hochschulrecht nicht vorgesehene „Rüge“. Diese Rügeerteilung bewertet die FU nun als rechtswidrig.

          Das Ergebnis konnte auch sonst nicht überzeugen, denn eine Rüge kann, wenn überhaupt, nur in einem minder schweren Fall ausgesprochen werden. Ob ein solcher Fall vorliegt, hatte die Kommission jedoch nicht entschieden. Es musste also ein drittes Prüfgremium eingesetzt werden. Ihm gehörten Sérgio Costa (Vorsitz), Kirstin Drenkhahn, Jürgen Neyer, Dieter Ohr, Christian Pestalozza, Joachim Trebbe und Kirsten Jörgensen an. Sie erkannten 69 Plagiate und empfahlen den Entzug des Doktorgrades. Das Präsidium der FU folgte diesem Votum.

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