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Folge des Coronavirus : Die Lage an den Hochschulen in Deutschland

  • -Aktualisiert am

Hält derzeit Abstand zum Ausland: Die Humboldt-Universität in Berlin Bild: dpa

Ein erster Campus wurde geschlossen, ansonsten geht momentan fast jede Hochschule in Deutschland anders mit der Herausforderung durch den Coronavirus um. Ein Überblick von Berlin bis Trier.

          5 Min.

          Grundsätzlich gilt in allen deutschen Hochschulen: Veranstaltungen finden im Rahmen des geregelten Studienbetriebs bis auf Weiteres statt (Stand: Montag, 9. März 2020, 12 Uhr). Auch Prüfungen werden abgehalten. Sollten bei einer weiteren Entwicklung einzelne Prüfungen ausfallen, tragen die Universitäten dafür Sorge, dass kein Studierender dadurch Nachteile erleidet. Wie ein Nachteilsausgleich aussehen kann (neue Termine, andere Prüfungsform, Verschiebung von Abgabefristen), entscheidet der jeweils zuständige Prüfungsausschuss. Individuelle Prüfungsrücktritte können genehmigt werden, wenn eine Erkrankung des Prüflings mit ärztlichem Attest nachgewiesen wurde oder entsprechende Nachweise für einen anderen wichtigen Grund vorgelegt wurden.

          Frankfurt am Main: Sollten an der Goethe-Universität Corona-Infektionen auftreten, können Veranstaltungsabsagen und universitäre Teilschließungen verfügt werden. Das Präsidium der Universität bittet alle Personen, die von einer Reise aus einem Risikogebiet zurückkehren, eine 14-tägige häusliche Quarantäne einzuhalten, um ein mögliches Ansteckungsrisiko für die Allgemeinheit zu minimieren.

          Kiel: Die Studien-Informations-Tage, die vom 10. bis zum 12. März 2020 stattfinden sollten, wurden abgesagt. Betroffen von der Absage sind bis zu 15.000 Studieninteressierte.

          Göttingen: Die Informationstage der Universität Göttingen am 9. und 10. März 2020 finden nicht statt. Die Hochschule erklärt: „Bitte notieren Sie gerne schon den 8./9. März 2021 als geplanten Termin für die Informationstage im kommenden Jahr.“

          Bonn: Die Universität teilt mit: „ERASMUS-Studierende, die sich bereits in einem der als Risikogebiete eingestuften Orte oder Regionen aufhalten und ihren Aufenthalt abbrechen möchten, erfahren dadurch keine Nachteile in ihrer Erasmus-Förderung.“

          Mannheim: Kommilitonen und Beschäftigte der Uni Mannheim, die mit einer infizierten Person Kontakt hatten, wurden häuslich isoliert. „Für alle anderen Studierenden und Angehörigen der Universität besteht kein erhöhtes Risiko einer Infektion“, teilt die Stadt Mannheim mit. Der Universitätsbetrieb läuft derzeit normal weiter.

          Köln: Die Lehrenden wurden von der Universitätsleitung gebeten, Materialien zu Präsenzveranstaltungen online zur Verfügung zu stellen.

          Düsseldorf: Es liege in der Einschätzung und der Verantwortung der Organisatoren, ob eine Veranstaltung stattfindet, erklärt die Universität. Ein generelles Verbot aller Veranstaltungen spreche die Hochschulleitung aktuell nicht aus.

          Hamburg: Die Universität Hamburg hat „Veranstaltungen außerhalb des Curriculums mit mehr als 100 erwarteten Teilnehmenden ohne Ausnahme untersagt“. Das gilt von diesem Montag an.

          Marburg: Die Hochschulleitung der Universität Marburg empfiehlt dringend, kein Risiko durch Reisen einzugehen. Dienstreisen in COVID-19-Risikogebiete dürfen grundsätzlich nicht angetreten werden. Bereits erteilte Genehmigungen gelten als widerrufen. „Dienstreisen außerhalb von COVID-19-Risikogebieten sollen nur angetreten werden, wenn die Reise dringend erforderlich ist und nicht auf einen deutlich späteren Zeitpunkt (mindestens zwei bis drei Monate) verschoben oder durch Alternativen ohne Infektionsgefahr wie Telefonat oder Videokonferenz ersetzt werden kann.“

          Humboldt-Universität zu Berlin: Austauschstudierende und neu zugelassene Studierende, die sich in den Risikogebieten aufhalten und einen Aufenthalt in Berlin planen, werden dringend gebeten die Reise nicht anzutreten. Das gilt auch für Gäste der Humboldt-Universität.

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          Freie Universität Berlin: Studierende, die sich gerade in China aufhalten, wurden durch die Abteilung Internationales kontaktiert. Die Freie Universität Berlin berät die betroffenen Studierenden und unterstützt sie auch im Falle einer freiwilligen vorzeitigen Rückkehr nach Deutschland.

          Technische Universität Berlin: Die Hochschule hat Kontakt mit drei Studierenden, die derzeit in häuslicher Quarantäne stehen. Sie hatten möglicherweise Kontakt mit Infizierten.

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