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Mein Start-up : Fintechs: Die Zukunft des Bankings

  • -Aktualisiert am

Online kaufen, bar bezahlen: Florian Swoboda hat mit Barzahlen.de ein Fintech-Unternehmen gegründet. Bild: Espen Eichhöfer

Fintech-Start-ups, die alle Arten von Geldtransaktionen im Netz abwickeln, galten einst als exotisch und trendy. Das hat sich gewandelt. Seitdem die Großbanken das Potential erkannt haben, beginnt der Kampf um die kreativen studentischen Köpfe.

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          In den ersten Tagen ihres Studiums an der WHU Otto Beisheim School of Management lernten sich Florian Swoboda, Achim Bönsch und Sebastian Seifert kennen und schätzen. In den nächsten drei Jahren tauschten sie sich nicht nur über die Studieninhalte, sondern auch über ihre Praktika aus. Swoboda machte ein Praktikum bei einem Online-Spieleentwickler und entdeckte dabei Erstaunliches: Vor allem Frauen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren nutzten die Online-Spiele. Doch genau diese besaßen oftmals keine Kreditkarte und waren nur schwerlich zu bewegen, auch für ihr Hobby im Internet zu bezahlen. „Das war eine immense Herausforderung für das Start-up“, sagt er. Das Problem: die Kunden davon zu überzeugen, für die Spiele zu bezahlen. Währenddessen machte Kommilitone Bönsch bei einer Unternehmensberatung für den Einzelhandel die Erfahrung, dass dort immer noch 80 Prozent aller Zahlungsvorgänge mittels Bargeld erfolgten.

          Fintechs: Trendige Alternative für die Karriere

          Nur Bares ist Wahres – die drei Studenten setzten sich zusammen und überlegten, wie man die Liebe der Deutschen zum Bargeld auch online nutzen könnte. Am Ende stand eine einfache Idee: Kunden, die online etwas kaufen, erhalten einen Barcode zugeschickt, den sie am heimischen Drucker ausdrucken können. Diesen Barcode legen sie beim nächsten Einkauf an einer Ladentheke eines zum Netzwerk gehörenden Partners vor, das Ladenpersonal scannt ihn ein – und die Rechnung taucht auf dem Kassenbon auf. Sobald die Summe vor Ort bezahlt ist, bekommt der Online-Händler eine Information und schickt die bestellte Ware zum Kunden. Der Vorteil: Es müssen keinerlei persönliche Daten wie Kreditkartendaten, Kontonummern oder Passwörter im Netz preisgegeben werden.

          2011 haben Swoboda, Bönsch und Seifert in Berlin ihr Start-up Barzahlen.de gegründet. Heute, knapp vier Jahre später, arbeiten 25 Mitarbeiter bei dem jungen Unternehmen. Mittlerweile haben die drei Exstudenten in vier Finanzierungsrunden mehrere Millionen an Risikokapital eingesammelt. Von der Beteiligungsgesellschaft Alstin GmbH des Hannoveraners Carsten Maschmeyer bis hin zum Einzelhandelskonzern Rewe konnten die drei studentischen Gründer namhafte Investoren gewinnen. „Wir würden jederzeit wieder ein Fintech-Start-up gründen“, so Swoboda.

          Die sogenannten Finanztechnologieunternehmen, kurz Fintechs, gelten längst nicht mehr nur als trendy bei den Studenten, sondern sind spannende Alternativen für den eigenen Karriereweg. Fast jedes Thema rund um „Geld und Internet“ wird heute durch innovative Start-ups bearbeitet. Das Bezahlportal Paypal ist das bekannteste von ihnen, doch auch Online-Banken wie Comdirect, Vergleichsportale wie Finanzcheck.de oder Online-Vermittler für Konsumentenkredite wie Lendico sind längst im Netz anerkannt und etabliert.

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