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„Work-Live-Blending“ : Der Feierabend ist in Gefahr

  • -Aktualisiert am

„Work-Life-Blending“: Ist das noch Arbeits- oder schon Freizeit? Bild: Jamie Jones/Ikon Images

Die Erholungszeit nach der Arbeit gilt in Deutschland vielen als heilig – aber sie ist bedroht. Wie der Feierabend allmählich ausgehöhlt wird und wie man gegensteuern kann.

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          Have a nice Feierabend“, so endet regelmäßig die späte Business-Englischstunde bei einem deutschen Mittelständler. Tritt nach „Wunderkind“, „Schadenfreude“ und anderen Bezeichnungen also ein weiteres Lehnwort seinen internationalen Siegeszug an? Manches deutet darauf hin. „Für Nichtdeutsche kann der Begriff in der Übersetzung etwas schwammig sein“, hieß es im Herbst 2020 in einem Beitrag der britischen BBC. Titel: „Wie der Feierabend den Deutschen hilft, vom Arbeitsalltag abzuschalten“. Mit leisem Erstaunen wurde darin geschildert, wie sich ausgerechnet dieses hart arbeitende Volk einen entkoppelten Tagesbereich allein für Muße gönnt.

          Aber was schwingt da eigentlich mit? So mancher denkt an das Bier im Bus auf dem Heimweg von der Baustelle. Anderen schießt das Bild eines werbetauglichen Familienidylls am Abendbrottisch in den Kopf. Und dann gibt es da noch den „Feier“-Aspekt: Das Tagwerk ist vollbracht, lasst die Sektkorken knallen! Der Begriff Feierabend kommt aus einer Zeit, in der Bauern und Handwerker am Vorabend eines Feiertages beim Läuten der Glocken innehielten, um Haus, Hof und sich selbst zu reinigen und vorzubereiten. Im 16. Jahrhundert bürgerte sich „Feierabend“ dann als allgemeine Bezeichnung für die Ruhezeit vor der Nacht ein.

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