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Facebook-Managerin : Sheryl Sandberg spricht über Tod und Rückschläge

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Nach Rückschlägen wieder aufstehen - das ist die zentrale Botschaft von Sheryl Sandbergs Rede. Bild: AP

Früher trat Facebook-Managerin Sandberg als starke Karrierefrau auf. Nach dem Tod ihres Mannes ist sie leiser geworden. Auch in ihrer ersten Rede, die ihren Verlust thematisiert. Schreibt sie nun ein neues Buch?

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          Etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod ihres Ehemanns hat die Facebook-Managerin Sheryl Sandberg zum ersten Mal in einer öffentlichen Rede über das Thema gesprochen - und über die Konsequenzen, die sie für ihr Alltags- und Arbeitsleben daraus gezogen hat. Die Quintessenz ihrer Rede vor der Abschlussklasse der Universität Berkeley: Mehr Resilienz ist nötig, also: mehr Belastbarkeit. Die Fähigkeit, aus Rückschlägen und herausfordernden Momenten gestärkt hervorzugehen, die Fähigkeit den Plan B umzusetzen, wenn Plan A nicht funktioniert - das sei eine Fähigkeit, die sie selbst auf die harte Art habe lernen müssen und die sie den Uni-Absolventen als wirklich entscheidende Fähigkeit mit in ihr künftiges Berufsleben geben wolle.

          Sandberg überlegt anscheinend, Resilienz zum Thema eines zweiten Buchs zu machen, das sie zu schreiben plant, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Vertraute der Managerin berichtet. Die Rede in Berkeley sei ihr erster Versuch gewesen, das Thema öffentlich zur Sprache zu bringen. Die Idee für das Buch habe Sandberg bislang nur unter Freunden diskutiert, die Entscheidung, es wirklich auf den Weg zu bringen sei noch nicht endgültig gefallen, hieß es. Facebook habe es abgelehnt, das Thema zu kommentieren.

          Resilienz gilt als ein modernes Trend-Thema in der Karriere-Literatur. Es befasst sich mit der psychischen Widerstandsfähigkeit von Menschen, also mit ihrer Belastbarkeit und ihrem Umgang mit Krisen. Resiliente Menschen sollen idealerweise in der Lage sein, Krisen und Rückschläge als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

          Resilienz ist ein Muskel, den ihr trainieren könnt

          „Wenn Herausforderungen auf euch zukommen, hoffe ich, dass ihr euch daran erinnert, dass tief in euch die Fähigkeit steckt, daran zu wachsen“, sagte Sandberg den Absolventen. „Ihr seid nicht mit einer festen Menge an Resilienz auf die Welt gekommen. Es ist ein Muskel, den ihr trainieren könnt und den ihr dann benutzen könnt, wenn ihr ihn braucht.“

          Am 1. Mai 2015 verstarb Sandbergs Eheman Dave Goldberg, nachdem er aufgrund einer Herzrhythmusstörung von einem Laufband gefallen war. Er war Vorstandsvorsitzender der Firma „Survey Monkey“ und ein engagierter Ehemann und Vater. In ihrem ersten Buch „Lean In“ nannte Sandberg ihren Mann einen entscheidenden Partner für ihre gesamte Karriere. Das Buch handelt von der Ungleichheit von Frauen in der Arbeitswelt und ist eine einzige lange Aufforderung an Frauen, sich mehr für ihre Karrieren ins Zeug zu legen. Erst kürzlich erkannte sie öffentlich an, dass sie beim Schreiben unterschätzt habe, wie schwer es alleinerziehende Mütter haben. Dies habe sie erst nach dem Tod ihres Mannes gelernt.

          Sandberg ist bekannt für ihren offenen Umgang mit dem Tod ihres Ehemanns. Schon kurz nach dem Ereignis hatte sie sich in einem ausführlichen Facebook-Post schriftlich dazu geäußert. Die Rede vor den Berkeley-Absolventen ist dennoch ihre erste persönliche Einlassung zu dem Thema vor großem Publikum.

          In ihrer Rede ging Sandberg auch auf ihre Rückkehr an den Arbeitsplatz nach dem Tod des Ehemanns ein. In ihrem ersten Meeting habe sie sich in einem „tiefen Nebel“ befunden und gedacht: „Worüber reden sie alle bloß und wie könnte das auch nur irgendwie von Bedeutung sein?“ Später habe sie aber mit viel Unterstützung gelernt, dass es nach einer Tragödie gelte, sie zu überwinden. Zu verstehen, dass man nicht selbst Schuld daran ist, dass das Ereignis nicht jeden Aspekt des künftigen Lebens dominieren darf und, dass der Schmerz nicht für immer bleiben wird. Diese Lehren wolle sie auch den Absolventen mit auf den Weg geben. „Ich habe gelernt: Wenn das Leben dich unter Wasser zieht, kannst gegen den Grund treten, die Oberfläche wiederfinden und beginnen, neu zu atmen. Das gelte auch für Probleme in anderen Kontexten: „Egal ob es ein Unternehmensvorstand ist, der nicht repräsentativ ist oder ein Unicampus, der nicht sicher ist.“

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