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Expat : Madrider Mondlandungen

  • -Aktualisiert am

Kein Durchkommen auf der Serrano-Straße Bild: REUTERS

Mondlandung nennen die Madrilenen eine spezielle Art von Bandeneinbrüchen in Juwelierläden: Die Scheiben werden mit dem Auto kaputtgefahren. Dagegen gibt es in Madrid nun allerlei Barrikaden - absichtlich aufgestellte und zufällig entstandene.

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          Mondlandungen (alunizajes) nennen es die Madrilenen: Banden stehlen in einem Parkhaus ein vielversprechendes Auto. Damit rollen sie auf die Einkaufsmeile in der Calle de Serrano, landen krachend in der Fensterscheibe (luna) eines der Luxusgeschäfte, raffen Uhren oder Bares zusammen und flüchten anschließend in einem anderen gestohlenen Auto, das vor der Tür wartet.

          Im Zuge der Wirtschaftskrise haben die Mondlandungen in Spaniens Hauptstadt derart zugenommen, dass Rathaus und Polizei einen Blockadeplan ersannen. Um den Räubern das Geschäft zu erschweren, wurden beispielsweise schwere eiserne Bänke oder Blumentöpfe mit Zementmänteln vor Juwelier- und Optikerläden gerückt.

          Schuttberge - gar nicht mal künstlich

          Am erfolgreichsten paralysierte die Stadtverwaltung das kriminelle Gewerbe jedoch durch umfangreiche Bauarbeiten auf der Serrano-Straße. Seit dort hinter Schuttbergen die Gehsteige verbreitert werden, ist für die motorisierten Schurken kein Durchkommen mehr.

          Zwischen Steinblöcken, Staubwolken und offenen Gruben gelangen aber auch kaum noch Kauflustige in die Etablissements. Seit die Bauarbeiten noch durch das Denkmalschutzamt zusätzlich gebremst wurden, weil sechs Fuß tief einige historisch anmutende Scherben entdeckt wurden, ist es fraglich, ob die Madrider Vorzeigestraße jemals überhaupt wieder vorzeigbar wird. So fragen sich die Ladenbesitzer allmählich, was das größere Übel für sie ist: eine gelegentliche Mondlandung oder der Ruin mangels Kundschaft.

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