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Essstörungen im Beruf : Wenn die Gedanken nur ums Essen kreisen

  • -Aktualisiert am

Wenn Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper krank macht Bild: dpa

Magersucht und Bulimie sind in Büros Tabuthemen – dabei sind sie in Homeoffice-Zeiten hochrelevant. Was Betroffenen hilft.

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          Als Jutta Boenig ihren neuen Klienten begrüßt, erschrickt sie. Der Mann ist nicht nur dünn, er ist abgemagert. Boenig ist seit 23 Jahren Karriereberaterin in Überlingen am Bodensee. „Ich würde mir natürlich nie anmaßen, Diagnosen zu stellen“, sagt sie. „Aber schon nach dem ersten Gespräch hatte ich den Verdacht, der Mann könne eine Essstörung haben. Und die scheint seiner Karriere ziemlich im Weg zu stehen.“ Der Mann arbeitet in einem großen Unternehmen und will eine Führungsposition übernehmen. Er wurde von seinem Chef geschickt, um herauszufinden: Traut er sich das zu? Schafft er das?

          Schätzungsweise 30 bis 50 von 1000 Menschen haben eine Essstörung. Magersüchtige verfolgen ihr Ziel, dünn zu werden, selbstdiszipliniert und rigoros. Sie sind perfektionistisch, gewissenhaft, gründlich und zielorientiert. Bulimie und Binge Eating dagegen sind gekennzeichnet durch wiederkehrende Essanfälle, oft ausgelöst durch Stress oder negative Gefühle. Die Betroffenen schämen sich und haben Schuldgefühle. Menschen mit Bulimie versuchen, mit Erbrechen oder Abführmitteln einer übermäßigen Gewichtszunahme gegenzusteuern.

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