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Hochschulen : Eine neue Idee der Universität

  • -Aktualisiert am

Ideengeber einer Universität, deren Aufgaben gewachsen sind: die Statuen von Wilhelm und Alexander von Humboldt vor der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel Bild: dpa

Die Universität muss heute die wachsende Vielfalt ihrer Aufgaben und Mitglieder bewältigen. Wo ihr das gelingt, wird sie zum Vorbild für die Gesellschaft. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          In Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ begegnen William von Baskerville und sein Schüler Adson von Melk dem teuflisch hässlichen Salvatore, der ein wirres Gemisch von Sprachen spricht. Alle Idiome Europas haben sein Hirn durchzogen, bei allen bedient er sich, indem er spanische, italienische, französische und lateinische Brocken zusammenwirft. Er redet, so konstatiert Adson, im Stadium „der primären Konfusion“ wie am ersten Tag nach der Sprachverwirrung Babylons. In seinen Sätzen gibt es keine Grammatik, keine Regeln: „Es war, wie wenn seine Zunge gleich seinen Zügen zusammengeflickt worden wäre aus Teilen und Stücken anderer Zungen.“

          Unter der scheinbar unsortierten Sprachoberfläche schimmert allerdings die Dominanz des Lateinischen durch. Italienisch, Spanisch und Französisch sind 1327, in dem Jahr, da die Handlung des Romans sich zuträgt, dem Latein noch eng verwandt. So spricht Salvatore wirr, aber zugleich im Bann des gelehrten Diskurses, aus dem er sich seine Redebrocken leiht. Die Priorität des Lateinischen galt für die Klöster ebenso wie für die Universitäten. Die Universitäten des mittelalterlichen Europas waren internationale Institutionen, und die Studenten kamen aus unterschiedlichsten Ländern. Unterricht und Lektüre folgten einer lingua franca, der gegenüber die Nationalsprachen nachrangig blieben – sie dienten allein der alltäglichen Verständigung.

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