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Dr. phil. Guttenberg : Die Plagiatsjäger sind schon auf der Spur

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Abermals promoviert: Karl-Theodor zu Guttenberg (Achivaufnahme von 2014) Bild: dpa

Nach Bekanntwerden der neuen Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg ist das Interesse groß. Bereits Tausende Male wurde sie heruntergeladen. Auch Plagiatsjäger haben sich ihrer angenommen.

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          Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist wieder promoviert. An der britischen „University of Southampton“ erwarb er einen Doktor der Philosophie. Thema seiner wirtschaftshistorischen Arbeit sind Korrespondenzbanken, der Titel lautet: „Agents, Bills, and Correspondents through the Ages: An Analytical Reconsideration of the Nature, Scope, and Significance of Correspondent Banking and its Application in Historical Precedence and Selected Case Studies”.

          Die im Internet frei zugängliche Arbeit wird seit den Berichten stark nachgefragt. Es gab bislang knapp dreitausend Downloads, davon neunzig Prozent in den vergangenen Stunden. Viele Anfragen kommen aus Deutschland, auch das zeigen die Zugriffsstatistiken.

          Für die Erstellung der Doktorarbeit gibt Guttenberg an, in sieben Archiven nach Unterlagen geforscht zu haben. Er nennt zudem 91 Primärquellen und rund 530 Sekundärquellen, vor allem Aufsätze und Bücher. Die Quellen sind meist in englischer Sprache gehalten, es gibt aber auch Werke in deutscher, französischer und italienischer Sprache. Die titelvergebende „University of Southampton“ hat einen guten Ruf in Großbritannien. Sie hat aber auch andere Vorteile. „Dort darf man auch mit einem knappen ‚befriedigend‘ in der Ersten Juristischen Staatsprüfung promovieren, hat offenbar keine Residenzpflicht und ist trotzdem in der Russell Group, den forschungsstärksten rund zwanzig britischen Universitäten“, berichtet Gerhard Dannemann, Professor für englisches Recht an der Berliner Humboldt-Universität.

          Guttenbergs Arbeit endet mit einer prosaischen und etwas mehrdeutigen Feststellung: „Wenn man die Geschichte kennt, kann man durch die Gegenwart navigieren und sich auf die Zukunft vorbereiten.“ Fleißige Bienen haben Teile der Arbeit bereits durch Plagiatssoftware laufen lassen – und nichts Verdächtiges gefunden. Wie es bislang aussieht, hat Guttenberg diesmal eine tadellose Doktorarbeit abgeliefert.

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