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Doktorarbeit : „Man muss für sein Thema brennen“

  • -Aktualisiert am

Hervorragende Fähigkeiten im Selbstmanagement: Eine Studentin bei der Absolventenfeier der Universität Bonn. Bild: photothek

Eine Promotion ist wie ein Marathon: Manch einer überschätzt sich, manch eine traut sich nicht. Ob man wirklich loslaufen will, sollte man sich vor dem Start gut überlegen.

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          Volker Ladenthin ist zwar schon seit zwei Jahren emeritiert, Doktoranden betreut er aber weiterhin. Dem Professor ist es wichtig zu betonen, dass wahrlich nicht alle fürs Promovieren gemacht sind. Man sollte sich nur zu einer Doktorarbeit entschließen, rät er, „wenn man merkt, dass die vorhandene Forschung einem korrekturbedürftig erscheint. Wenn man meint, man kann es besser – nicht nur ebenso gut, sondern besser. Wenn man auf Mängel stößt, die man denkt, beheben zu können. Wenn man ganz sicher überzeugt ist, dass man etwas zu sagen hat, was noch nicht gesagt wurde.“ Sei dieses Gefühl nicht da, werde auch die Dissertation nur „eine langweilige Literaturarbeit, die im Schrank verstaubt“, sagt der Bonner Erziehungswissenschaftler.

          Im Durchschnitt dauert eine Promotion in Deutschland knapp sechs Jahre (die meist in deutlich kürzerer Zeit zu erwerbenden Mediziner-Titel sind bei der Berechnung ausgenommen). Sechs Jahre, die man sich gut überlegen sollte, auch wenn die Karriereaussichten oft sehr gut sind. Ein besserer Job allein sei nicht die richtige Motivation, „es würde sonst zur Quälerei“, warnt Eberhard Hübbe, der beim Beratungsunternehmen Kienbaum für Personalthemen zuständig ist. „Nach zehn Jahren Berufserfahrung spielt der Titel bei uns ohnehin keine Rolle mehr“, sagt er.

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