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Digitalisierung der Arbeit : Beschäftigte offen für neue Technik

Seit an Seit mit dem Roboter: Industrie 4.0 lässt grüßen Bild: dpa

Roboter und Computer dringen immer stärker in den Arbeitsalltag vieler Menschen vor. Doch die meisten finden das nicht schlimm. Sie erhoffen sich sogar einiges.

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          Viele Arbeitskräfte und ihre Vorgesetzten in Europa erhoffen sich von moderner Technik eine Verbesserung ihres Arbeitsalltags. Rund 57 Prozent sind einer Umfrage zufolge der Meinung, dass Roboter, Apps und Big Data ihnen das Arbeitsleben künftig leichter machen. Nur 8 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Jeder zweite ist auch nicht in Sorge, dass Maschinen seine Arbeit gefährden, sondern erwartet eine Verbesserung der Chancen. Nur 12 Prozent sehen ihre Chancen schwinden. Das ergab eine Befragung von 2500 Arbeitnehmern und 500 Führungskräften in der Europäischen Union durch die Beratungsgesellschaft Accenture.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

          Die Bedrohung von Industrie- und Wissensarbeit durch die rasante Entwicklung der Robotik und digitalen Wandel ist auch das Thema der Serie Smarte Arbeit der F.A.Z.

          Deutsche etwas skeptischer

          In Deutschland sind die Beschäftigten laut Umfrage zwar etwas skeptischer als in anderen Ländern, doch auch zwischen Flensburg und Garmisch sind die Optimisten in der Mehrheit. Die Unternehmen reagieren auf die positive Grundeinstellung der Arbeitnehmer. Rund die Hälfte der befragten Führungskräfte (48%) gibt an, digitale Fähigkeiten und entsprechende Talente gezielt zu fördern. Allerdings fehlt es auf dem Arbeitsmarkt an Fachkräften. Nur ein Drittel der Unternehmen wird hier fündig.

          Interessant ist der Befund, dass die Arbeitnehmer besser auf den digitalen Wandel vorbereitet sind als viele Führungskräfte. Fast zwei Drittel von ihnen (62 Prozent) informieren sich vorab, welche neuen Fähigkeiten von ihnen verlangt werden. Noch mehr (64) geben an, von sich aus mit neuen digitalen Anwendungen vertraut zu machen und sich die erforderlichen Fertigkeiten anzueignen. Dagegen hat erst die Hälfte der Arbeitgeber eine Personal-Strategie unter Berücksichtigung der digitalen Veränderungen formuliert.

          Sorge vor Überwachung

          Unter den Bedenken der Beschäftigten steht an erster Stelle die Sorge, mit der technologischen Entwicklung nicht Schritt halten zu können (78 Prozent). Fast ebenso viele (76) äußerten Sorgen hinsichtlich der möglichen Überwachung jedes einzelnen Arbeitsschritts und 70 Prozent befürchten, dass durch mobiles Arbeiten der Zusammenhalt im Team verloren gehen könnte.

          Grundsätzlich stehen jüngere, gut ausgebildete Beschäftigte dem technologischen Wandel deutlich positiver gegenüber als ältere Kollegen.

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