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Die Karrierefrage : Welche Benimmregeln gelten in der digitalen Arbeitswelt?

Unterm Schreibtisch Jogginghose: nicht immer eine gute Idee Bild: dpa

Unterm Schreibtisch in Jogginghose, vorm Bildschirm mit vollen Backen kauen oder gar vergessen den Ton auszuschalten, während man im Online-Meeting aufs Klo geht. So geht es nicht! Ein kleiner Digital-Knigge.

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          Clemens Graf von Hoyos klingt amüsiert, als er auf sein unterirdischstes Erlebnis während einer Videokonferenz angesprochen wird. Da hatte sich seine Gesprächspartnerin vorübergehend auf das gar nicht so stille Örtchen verzogen, das Handy offenbar auf der Spiegelablage plaziert und den Ton angelassen. Die Geräuschkulisse war eindeutig. Der Vorsitzende der Deutschen Knigge-Gesellschaft lacht laut, als er sich an das Rauschen der Spülung erinnert. Natürlich sei das ein Extrembeispiel, trotzdem wundert er sich, dass sich Menschen auch nach mehr als zwei Jahren Erfahrung mit digitalen Konferenzen schwertun. Dabei sei es einfach, online eine respektable Figur abzugeben. Von Hoyos hat für seine Knigge-Akademie einen Leitfaden über „Etikette in Videokonferenzen und Videocalls“ verfasst.

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Aufklärung tut offenkundig Not, findet auch Imme Vogelsang. „Manche Menschen haben das Gefühl, dass man sich sehr seltsam benehmen kann, nur weil ein Treffen am Monitor stattfindet. Sie kommen zu spät, gehen mittendrin raus, reden zwischendurch mit anderen. Sie sehen das als weniger verbindlich an. Darüber staune ich.“ Worüber wundert sich die Hamburger Expertin für gutes Benehmen am meisten? „Dass manche, so wie Studierende in einigen Vorlesungen, anfangen zu kauen, aus den unfassbarsten Gefäßen trinken, aus blöden Bürobechern mit Bernd-das-Brot-Aufdrucken oder Thermoskannen in Neonfarben am Hals haben.“ Sie sagt leicht amüsiert: „Wiederkauende Gesichter auf 24-Zoll-Bildschirmen, das ist doch unfassbar. Kein Mensch sieht irgendwie elegant aus, wenn er kaut, und dann noch so groß. Die Leute denken darüber nicht nach.“

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