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Kinder mit Potential : Die Unzulänglichkeiten der deutschen Hochbegabtenförderung

  • -Aktualisiert am

Hochbegabte Kinder sind beispielsweise zwölf Jahre alt – im Kopf aber schon sechzehn. Das führt in der Schule häufig zu Problemen. Bild: dpa

Brotlose Zeiten für Wissenshungrige: Die Corona-Krise hat die Defizite in der Förderung begabter Schüler noch einmal verdeutlicht. Dabei sitzen in vielen Klassenzimmern aller Schulformen unerkannte Talente. Ein Gastbeitrag.

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          Es gibt wohl keinen Satz, den ein hochbegabtes Kind in Deutschland von Lehrern häufiger hört als „Das solltest du noch nicht können“. Manche hochbegabten Kinder wachsen hier in dem Gefühl auf, dass Lehrer nicht dazu da sind, ihnen Wissen zu vermitteln, sondern dazu, es ihnen vorzuenthalten. Die Förderung von Hochbegabten hinkt der anderer Länder um Jahre hinterher. Nie ist das deutlicher zutage getreten als während der Corona-Krise. Und zwar auch im vermeintlich bildungsaffinen Bayern. Viel wird berichtet, dass vor allem schwache Schüler unter den Corona-Maßnahmen leiden. Doch dasselbe gilt für die Kinder mit besonderem Potential.

          Durch das häusliche Lernen wurden zahlreiche Fächer eingeschränkt oder gar nicht mehr unterrichtet. In den bayerischen Modellklassen für Hochbegabte fiel vor allem das sogenannte „Enrichment“ den strengen Maßnahmen zum Opfer, also die zusätzliche Förderung Hochbegabter durch Fächer wie Robotik, Philosophie oder Experimentalphysik. Auch Kurse an den Universitäten, Schnuppertage et cetera fanden nicht mehr statt. Wer ein hochbegabtes Kind hat, weiß, wie schwer es ist, seinen ständigen Wissensdurst zufriedenzustellen. Intelligenz macht eben auch in Pandemie-Zeiten keine Pause. Die wenigen verbliebenen, an alle Kinder gerichteten Begabtenförderkurse etwa im Rahmen des Projekts „Begabungsstützpunkt“ sind hoffnungslos überlaufen – und gehen häufig an den Bedürfnissen Hochbegabter vorbei.

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