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Wann ist Ablehnung angebracht? : Man muss auch mal Nein sagen

Nein-sagen kann gut tun. Bild: Picture-Alliance

Es sind nur vier Buchstaben, aber viele Kollegen schaffen es kaum, sie über die Lippen zu bringen. Nein zu sagen, wenn es angebracht ist, lässt sich üben – und ist gesund.

          7 Min.

          Es ist in diesen Tagen ein Running Gag unter Eltern: Habt ihr euch zeitig weggeduckt, als die Pöstchen verteilt wurden? Wer wird Elternsprecher in der Klasse, Wahlerfolg garantiert? Keiner möchte, aber die tüchtige Moni, die ist erfahren. Mach’s noch einmal Moni? Und Moni sagt ja. Wieder einmal. Spätestens auf dem Heimweg ärgert sie sich, gutmütig in die Gefall-Falle getappt und ausgenutzt worden zu sein, statt klar nein zu sagen. Die Wiener Wirtschaftspsychologin Ingrid Gerstbach hat erkannt: „Je empathischer Sie dann noch sind, desto schwieriger wird das Ganze.“

          Ursula Kals
          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          So ist es auch im Arbeitsleben: Höfliche, pflichtbewusste, hilfsbereite, loyale, kurzum kollegiale Kollegen tun sich oft mit dem Neinsagen schwer. Ihre Einsatzbereitschaft lässt das eigene Zeitbudget explodieren und die Selbstachtung schwinden. Es gibt viele von ihnen. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid gaben 81 Prozent der Befragten an, ja zu sagen, wenn jemand sie um etwas bittet, obwohl sie sich hinterher ärgern. Bücher zum Thema „Jasagen zum Neinsagen“ halten sich seit Jahrzehnten in immer neuen Varianten auf dem Markt. Hinzu gekommen sind Seminare über die Kunst, nein zu sagen. Alle umkreisen drei Thesen: Achtung, keine reflexartigen Schnellschuss-Zusagen machen. Noch mal Achtung, überlegen, ob das Nein überhaupt begründet werden soll. Obacht, akzeptieren, vorübergehend von dem oder den anderen nicht mehr gemocht zu werden. Die Botschaft aller Ratgeber: Neinsagen lässt sich lernen.

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