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Die Karrierefrage : Ist das Homeoffice ein Karrierekiller?

Arbeiten zu eigenen Konditionen: Das Modell des Homeoffice findet immer größere Verbreitung in Deutschland. Bild: dpa

Wer sich nicht in der Kaffeeküche blicken lässt, kann den Aufstieg vergessen, hieß es früher. Das ist heute anders – aber es bleibt kompliziert.

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          Rund 20 Jahre hatte die Kunsthistorikerin für ihren Arbeitgeber im Büro gesessen, das etwa eine Stunde Fahrzeit von ihrem Zuhause entfernt lag. Dann, vor etwa einem Jahr, ergab sich die Gelegenheit, daran etwas zu ändern. Neue Zuständigkeiten im Betrieb, aber auch private Veränderungen im Leben der Angestellten machen den Zeitpunkt günstig, um nach einer Arbeit im Homeoffice zu fragen. „Und zu meiner damals grenzenlosen Überraschung, sagte der Chef ja“, sagt sie. Das Arrangement sah vor, dass die Angestellte, deren Tätigkeit ohnehin noch nie mehr als einen Computer und ein Telefon erfordert hatte, einmal in der Woche zur großen Teambesprechung in die Unternehmenszentrale kommen sollte. Den Rest der Arbeitswoche durfte sie fortan vom heimischen Schreibtisch aus bestreiten.

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Dass solche Absprachen immer häufiger getroffen werden, können Fachleute bestätigen. Die Soziologin Tanja Carstensen, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ludwig-Maximilians-Universität München arbeitet, konnte dies in einem Projekt beobachten, in dem sie die Auswirkungen der Digitalisierung auf Geschlechterverhältnisse am Arbeitsplatz untersucht.

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