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Die Karrierefrage : Mein Mitarbeiter leistet zu wenig – was tun?

Fleißig ist anders. Bild: Getty

Einen Durchhänger hat jeder mal. Aber wenn ein Kollege konstant unter den Erwartungen bleibt, kann das Chefs und Team gewaltig nerven. Rauswurf ist selten eine Lösung.

          6 Min.

          Als Roswitha in sein Team versetzt wurde, war ihr Vorgesetzter nicht gerade glücklich. Als Jung-Führungskraft hatte er gerade damit begonnen, eine kleine Mannschaft seines mittelgroßen Unternehmens zu leiten, das zuletzt nicht immer die besten Zahlen geschrieben hatte. Er hatte jede Menge Ideen, um dem Laden wieder mehr Schwung zu verleihen. Er hatte ein gutes halbes Dutzend motivierte Mitarbeiter. Und er hatte Roswitha neu ins Team bekommen. Sie stand kurz vor der Rente, war antriebslos und desillusioniert. Ihre Zeit bei der Arbeit saß sie einfach ab. Die Kollegen stöhnten. „Roswitha? Oh nein! Doch nicht die!“

          Nadine Bös

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

          Wohl fast jede Führungskraft hat irgendwann mal eine Roswitha im Team – die natürlich in Wirklichkeit anders heißt. Wer in solchen Situationen dazu neigt, seine Macht als Vorgesetzter auszuspielen und ordentlich auf den Tisch zu hauen, wer Autorität demonstriert und sofort mit Kündigung droht, der macht so ziemlich alles falsch. Darüber sind sich Coaches, Personalfachleute und Arbeitsrechtsanwälte einig, und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen. „Die harte Peitsche ist nicht das Mittel der Wahl“, sagt etwa Bernd Slaghuis, der in BWL promoviert, sich dann aber zum systemischen Coach weitergebildet hat und jetzt als selbständiger Karriereberater in Köln tätig ist. „Kein Mensch steht morgens auf und entscheidet sich dafür, zum Low Performer zu werden. Wenn die Leistung nicht mehr stimmt, gibt es immer einen Grund. Und den gilt es herauszufinden.“

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