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Social Freezing : Kinderwunsch – auf Eis gelegt

  • -Aktualisiert am

Schwanger oder nicht? Viele Frauen wollen über diese Frage entscheiden, wenn sie den Zeitpunkt für richtig halten. Bild: Getty

Familie und Beruf gelten immer noch als schwer vereinbar. So sehr, dass manche Frauen ihre Eizellen einfrieren lassen. Aber hilft Social Freezing überhaupt bei der Karriere?

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          Sie wünscht sich sehnlichst ein Kind, aber weit und breit ist kein Mann in Sicht. Die Studienrätin aus Düsseldorf ist 37 Jahre alt, als sie sich bewusst macht: Mit einem Baby wird es womöglich nichts mehr. „Ich litt sehr“, sagt sie heute, zwei Jahre später. Anders die 33-Jährige, Führungskraft im öffentlichen Dienst. Sie und ihr Partner möchten noch keine Kinder, und sie muss noch ihren Studienkredit abbezahlen. Aber warum sich nicht eine Sicherheit schaffen, falls sich der Kinderwunsch doch noch einstellt? „Es fühlt sich bestimmt besser an, die Familienplanung mit einem finanziellen Polster anzugehen“, sagt sie. Beide Frauen machen „Social Freezing“. Will heißen: Sie lassen sich Eizellen entnehmen und einfrieren. Später, wenn sie den Zeitpunkt für richtig halten, können sie diese auftauen lassen und schwanger werden.

          Social Freezing – der Begriff tauchte auf, kurz nachdem Facebook und Google im Jahr 2014 verkündeten, sie würden das Einfrieren von Eizellen bezahlen. Rasch entbrannte eine Diskussion. Die einen hielten Social Freezing für die „perfekte Emanzipation“. Endlich könnten Frauen ohne Rücksicht auf Kinder Karriere machen und erst, wenn sie eine leitende Position erreicht haben, eine Familie gründen. Kritiker hielten dagegen, das Angebot der Unternehmen sei unmoralisch, frauenverachtend, der Druck zur Selbstoptimierung habe jetzt wohl auch die Eierstöcke erreicht. Er habe Social Freezing schon 2012 angeboten, sagt Frank Nawroth, Gynäkologe in der Kinderwunschpraxis Amedes in Hamburg. „2014 ist die Nachfrage sprunghaft gestiegen.“

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