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Die Karrierefrage : Was tun, wenn die Kollegen mauscheln?

  • -Aktualisiert am

Die Beweissicherung kann nützlich sein (Symbolbild). Bild: obs/DEVK Versicherungen/Fotolia

Ob kleine krumme Dinger oder großer Betrug: Wenn Kollegen sich nicht korrekt verhalten, schädigt das den Arbeitgeber. Petzen ist heldenhaft – aber nicht immer ratsam.

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          Als Martin Porwoll mitbekam, was in der Alten Apotheke in Bottrop hinter verschlossenen Türen geschah, glaubte er zunächst, er habe sich geirrt. Der Volkswirt war Kaufmännischer Leiter des mittelständischen Unternehmens, dessen Inhaber er seit seiner Kindheit kannte. Umso größer war Porwolls Entsetzen, als er entdeckte, was sein Chef tat, um sich zu bereichern. In der Apotheke wurden jahrelang Medikamente für krebskranke Menschen gepanscht. Viele Patientinnen und Patienten kamen zu Schaden. Porwoll stellte Beweise sicher und trug so zusammen mit einer Kollegin dazu bei, dass einer der größten Skandale in der deutschen Medizingeschichte aufgedeckt wurde.

          Wenn ein Kollege oder gar der Chef krumme Dinger dreht, muss das nicht gleich solche Ausmaße annehmen wie in der Alten Apotheke in Bottrop. Doch jeder Diebstahl, jeder Betrug schädigt das Unternehmen. Wie verhält man sich, wenn man so etwas mitbekommt? „Grundsätzlich sind Mitarbeiter nicht verpflichtet, ihrem Arbeitgeber oder Strafverfolgungsbehörden anzuzeigen, wenn ihre Kollegen Straftaten begehen“, sagt Saskia Steffen, Fachanwältin für Arbeitsrecht in der Kanzlei Pflüger Rechtsanwälte in Frankfurt am Main. „Mitarbeiter brauchen ihre Kollegen nicht ständig zu überprüfen, denn dann würde ein Klima der gegenseitigen Bespitzelung entstehen. Das hätte negative Auswirkungen auf das Betriebsklima und die Stimmung unter den Kollegen.“

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