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Die Karrierefrage : Ich fühle mich diskriminiert – was tun?

Traten öffentlich für ihre Rechte ein: Google-Mitarbeiterinnen während einer Demonstration. Bild: AFP

Wer am Arbeitsplatz ungerecht behandelt wird, findet sich oft damit ab und legt die meist strukturellen Probleme nur selten offen. Dabei gibt es Möglichkeiten, sich zu wehren.

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          Wenn Ninas Wecker morgens um sieben klingelte, wollte sie in der Regel nicht aufstehen. Nicht, weil sie noch so müde war, sondern vor allem, weil sie nicht zur Arbeit wollte. Fast dreieinhalb Jahre ging es ihr so. Damals arbeitete sie als Vertriebsassistentin in einem Bauunternehmen der Geschäftsleitung zu. Die Baubranche sei eine Männerdomäne, sagt Nina. Dort herrsche ein anderer Grundton. Eigentlich kann sie das gut wegstecken. Nina ist schlagfertig. Aber selbst ihre Schlagfertigkeit stieß an ihre Grenzen.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Etwa in ihrer ersten Gehaltsverhandlung. Sie hatte ihren Fachwirt absolviert und übernahm im Betrieb immer mehr Aufgaben. Sie bereitete sich auf das Gespräch vor und dokumentierte ihre Mehrarbeit. Was dann folgte, hatte aber mit einer Verhandlung nichts mehr zu tun, sagt die junge Frau. „Ich habe anderthalb Stunden gehört, was ich nicht konnte. Was ich für Fehler mache. Ich wurde aufs Übelste beleidigt, runtergemacht.“ Das Gespräch endete mit der Aussage des Chefs, dass er froh sei, wenn Nina sich selbständig anziehen könne. Sie fragte ihn daraufhin, warum er ihre Probezeit auf drei Monate verkürzt hatte, wenn sie so einen schlechten Job mache. Darauf wusste er keine Antwort.

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