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Gründerserie : Hüter der Entscheidungsbäume

Krzysztof Zembrowski und Jan Dobinsky Bild: Edgar Schoepal

Kaum jemand kann sich für das Unternehmensteuerrecht begeistern. Das Start-up Recht Logisch hat eine Software entwickelt für schnelle Antworten auf komplexe Fragen.

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          Jan Dobinsky und Krzysztof Zembrowski hatten viele Ideen für ein eigenes Produkt im digitalen Beratungsgeschäft. „Wir haben sehr viel Kaffee getrunken und uns nach und nach von unseren Vorstellungen verabschiedet“, erinnert sich Dobinsky an die Phase zum Jahresbeginn 2017. Die Düsseldorfer, beide Anfang dreißig, hatten gerade der Steuerberatungsgesellschaft WTS den Rücken gekehrt. Auch ihre Gründung sollte aber etwas mit Steuern zu tun haben. Eine Materie, mit der sich die meisten Menschen mindestens einmal im Jahr herumquälen, wenn die Steuererklärung ansteht. Und in der sogar Fachleute angesichts der Komplexität und der vielen Gesetze den Überblick verlieren.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Als Dobinsky und Zembrowski über ihren Ideen brüten, ist die Digitalisierung der Beraterwelt in vollem Gang. Nahezu jede Woche gehen in deutschen Großstädten Unternehmen im Bereich Legal Technology (Legal Tech) an den Start. Doch auch wenn die Gründer von „Recht Logisch“ von Hause aus Juristen sind, wollten sie nicht ein weiterer Dienstleister für die Lösung juristischer Probleme sein. Sie kombinieren IT-Kenntnisse mit Erfahrungen in der Konzern-, Umsatz- und Ertragsteuer.

          Mittelständler im Fokus

          Auch bei WTS, in deren Düsseldorfer Büro sich beide kennenlernten, saß Zembrowski am Computer, während Dobinsky Mittelständler im Unternehmenssteuerrecht beriet. Unter anderem schrieb Zembrowski den Code für ein Programm, mit dessen Hilfe Unternehmen schnell und einfach ihre Umsatzsteuer ausweisen können. Die Software basiert auf Microsoft Excel, ist auf die üblichen Dateiformate anpassbar und erleichtert die Kommunikation mit der Finanzverwaltung. WTS setzt das Programm bis heute ein.

          Im Vergleich zur rasanten Legal-Tech-Bewegung habe sich die Szene im Steuerbereich aber deutlich langsamer entwickelt, sagt Dobinsky. „Die Angebote konzentrieren sich auf die Digitalisierung der Finanzbuchhaltung oder der elektronischen Steuererklärung.“ Ein Überblick der Steuer-Tech-Szene zeigt, dass Dobinsky mit dieser Einschätzung nicht falsch liegt. Diverse Anbieter werben mit Kampfpreisen um die Gunst der Steuerzahler. Gerade einmal 29 Euro verlangt die bekannte App Taxbutler für eine fertige Steuererklärung. Zum Vergleich: Für einen Termin beim Steuerberater fallen schnell Gebühren in dreistelliger Höhe an.

          Hürden im Datentransfer überwinden

          Immer mehr Verbraucher entscheiden sich daher für die Steuererklärung über die App. Sie müssen ihre Lohnbescheinigung und Belege abfotografieren und via Computer oder Smartphone hochladen. Auch den Versand der Steuerunterlagen an das Finanzamt übernehmen die Start-ups im Regelfall für den Kunden. „Von solchen Angeboten wollen wir uns abgrenzen“, meint Zembrowski, der schon während des Jura-Studiums regelmäßig an Websites gebaut und Unternehmen und Steuerberater in IT-Projekten beraten hat.

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