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Medizinische Ausbildung : Der Simulator für Unfallchirurgen

Knochenbrecher von Beruf: Robert Holz (links) und Marc Ebinger Bild: Edgar Schoepal

Die Kölner Rimasys hat sich auf das Knochenbrechen spezialisiert. Sie stellt komplizierte Frakturen nach und liefert Präparate für die Ausbildung. Das Unternehmen ist erfolgreich – und noch ohne Konkurrenz.

          3 Min.

          Die Aufnahmen des kaputten Ellenbogens sehen aus wie nach einem ganz üblen Sturz vom Fahrrad oder beim Inliner-Fahren. Die Knochen sind mehrfach gebrochen, einige Fragmente anscheinend gegeneinander verschoben. Es ist eine knifflige Angelegenheit für das Chirurgenteam, das hin und her überlegt, wie die Operation am besten verlaufen sollte. Es geht um die richtigen Schrauben und Platten, wie was gerichtet und fixiert wird und welche Nachbehandlung sich anbietet. Das Ergebnis überzeugt Oliver Trapp. „So sollte es funktionieren. Viel Erfolg.“ Er ist Leitender Arzt für Unfallchirurgie und Orthopädie an der Unfallklinik Murnau und heute eine Art Mentor für die jüngeren Kollegen, die im BioCampus Köln den Fall begutachten.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          An mehreren Tischen beugen sich Ärzte-Gruppen über CT-Bilder und 3D-Modelle von komplizierten Brüchen, um Operationen vorzubereiten. Es geht hochkonzentriert zu, in der Besprechung wird jedes Detail der Verletzungen diskutiert. Die Teams können sich Zeit lassen. Ihren „Patienten“ tut nichts mehr weh. Bei der Operation werden die Mediziner an amputierten Gliedmaßen von Körperspendern arbeiten. Die Brüche hat ihnen eine Maschine zugefügt, die softwaregesteuert die Wirkungen realer Unfälle nachbildet. Rimasys heißt das Kölner Unternehmen, das das Verfahren entwickelt hat. Marc Ebinger, einer der drei Gründer, führt durch den Operationssaal im Erdgeschoss. Er ist ausgestattet wie in einer Klinik, inklusive Röntgengerät und Computertomograph. Auf den Tischen liegen die Operationsbestecke schon bereit.

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