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Gründerserie : Das Schwarze Brett für das Handy

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Staffbase-Gründer Martin Böhringer: In der Region seien die Softwareentwickler die Rockstars, sagt er. Bild: Roger Hagmann

Nicht jeder Mitarbeiter hat einen Laptop oder PC am Arbeitsplatz. Man kann ihn trotzdem elektronisch erreichen dank einer App der Chemnitzer Softwareschmiede Staffbase.

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          Das eigene Firmenlogo neben Whatsapp auf den Privat-Smartphones der Belegschaft – das ist der Traum eines Unternehmers, um schnell in Erfahrung zu bringen, wer eine Sonderschicht übernimmt oder um durchzugeben, dass morgen der Betriebsparkplatz gesperrt ist. Das klappt mit einem Aushang oder per E-Mail längst nicht mehr zuverlässig – besonders dann, wenn ein Großteil der Mitarbeiter keine Firmen-Mailadresse hat, keinen PC-Arbeitsplatz, keinen Zugriff aufs Intranet.

          Der Ausweg für Chefs von Zugbegleitern, Vertretern, Monteuren: Sie könnten zum Hörer greifen, die betreffenden Leute anrufen oder – sich der App des Chemnitzer Unternehmens Staffbase bedienen. Das im Dezember 2014 gegründete Unternehmen konnte laut Martin Böhringer, einem der drei Geschäftsführer, seit Gründung rund 2,5 Millionen Euro Wagniskapital für das dahintersteckende Konzept bei Finanziers wie Capnamic oder Kizoo einsammeln.

          Die Geschäftsidee: eine mobil verfügbare Mitarbeiter- und Intranet-Software, die vor allem für Unternehmen mit vielen Beschäftigten bestimmt ist, die über keinen Rechnerarbeitsplatz verfügen, wohl aber über ein eigenes Handy. „Wir haben eine Anwendung für Personal ohne Zugriff auf firmeninterne Netzwerke entwickelt“, sagt der promovierte Wirtschaftsinformatiker. Staffbase macht es Unternehmen möglich, mit wenigen Klicks eine eigene App zu aktivieren, die auf Basis eines Baukastensystems individuell ausgestaltet ist und bei der Inhalte über eine Browseranwendung verwaltet werden können. Eine geschlossene Entwicklungsumgebung soll gewährleisten, Firmeninterna auch über externe Kanäle sicher teilen zu können.

          Hipster-Chic und Büro-Hunde in Südwestsachsen

          Zwischen Zimmergrün und von viel Glas umgeben, in den hohen, weiten Räumen einer ehemaligen, backsteinernen Fabrikhalle schafft das innerhalb eines Jahres von zehn auf zwanzig Mitarbeiter gewachsene Staffbase-Team dafür die Voraussetzungen. In für die südwestsächsische Industriestadt ungewöhnlichem Hipster-Chic und nur einen Steinwurf entfernt vom Gunzenhauser-Museum, das voll ist mit moderner Kunst von Dix bis Jawlensky, Münter bis Schmidt-Rottluff, tüfteln Software-Entwickler an neuen Funktionen, werben Vertriebsleute Kunden, während die Labradorhündinnen Coco und Polly von Zeit zu Zeit für Ablenkung sorgen. „Lieber Dog-In als Burn-Out“, lautet das Credo des 31 Jahre alten Böhringer über die vierbeinige Gesellschaft im 350 Quadratmeter großen Büro.

          Ab und an schallt Gelächter durch die Halle, während der Familienvater, der in Chemnitz und im südostenglischen Norwich studierte, Firmen mit mindestens 500 Mitarbeitern als Hauptzielgruppe unter seinen Kunden benennt. Doch auch deutlich größere stehen in der Kartei – etwa T-Systems oder Viessmann, Adidas, Paulaner, die Berliner Verkehrsbetriebe, Siemens. Etwa 100 Neukunden seien 2016 gewonnen worden.

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