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Gründerserie : Moneymeets reicht die halbe Maklergebühr

Dieter Fromm (links) und Johannes Cremer Bild: Edgar Schoepal

Die kühne Vision, dass Computer einmal Kunden bei ihren Geldanlagen beraten könnten, hatten zwei Bankkaufleute einer Sparkasse schon Ende der achtziger Jahre. Dann gründeten sie ein spannendes Start-up.

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          Sie tragen Kapuzenpullis und Turnschuhe und arbeiten in einem Berliner Hinterhof. Mit solchen Start-up-Klischees werden auch Fintechs, also junge Unternehmen, die mit Hilfe von Technik Finanzgeschäfte für Verbraucher einfacher und schneller machen wollen, gerne umschrieben. In dieses Bild passen im Fall von Moneymeets allenfalls die Sitzsäcke in knalligen Farben. Sie liegen auf dem Boden zwischen den noch unbesetzten Schreibtischen. Noch ist alles provisorisch, erst Ende März hat das Start-up die Räume in bester Lage im Kölner Rheinau-Hafen bezogen. Das frühere Büro, ein Loft unweit der Zentrale der „Gothaer Versicherung“ im Süden der Domstadt, war für die mittlerweile 35 Mitarbeiter zu klein geworden.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ansonsten passt wenig ins Klischee. Dieter Fromm und Johannes Cremer, beide Anfang Fünfzig, haben Moneymeets 2012 mit dem Ansatz gegründet: Wir machen die Kapitalanlage für den Verbraucher digital und einfach. Die kühne Vision, dass Computer einmal Kunden bei ihren Geldanlagen beraten könnten, hatten sie schon als junge Bankkaufleute einer Sparkasse Ende der achtziger Jahre. Die Suche nach geeigneten Lösungen für Finanzdienstleister setzte Cremer später als Berater fort. Fromm hingegen blieb den Sparkassen treu. Bei seinem Ausstieg verantwortete er das Privatkundengeschäft der Kreissparkasse Köln.

          Knapp anderthalb Jahre feilten Cremer und Fromm an den Wochenenden an einem Konzept für eine Anlageberatung über das Internet. Das Ziel: Ihr Unternehmen soll die Vorteile sozialer Netzwerke wie Facebook mit der Möglichkeit eines Preisvergleichs und Produktbewertung verbinden, den man von Online-Marktplätzen kennt. Mit nur einem Mausklick sollen sich Nutzer über Gebühren und Provisionen von Investmentfonds und Versicherungen informieren können und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Kapitalanleger profitieren.

          Moneymeets fungiert als Betreuer für Wertpapierdepots oder Vermittler

          Zum Start von Moneymeets brachten die Gründer nach eigenem Bekunden jeweils einen sechsstelligen Betrag ein. Mit dem Kapital ließen sie den Prototyp der Software programmieren, auf der Moneymeets noch heute basiert. Doch das Kölner Fintech überzeugte auch Fremdinvestoren. In der Anfangsphase kam das Geld von zwei Family Offices aus dem Rheinland. Später investierten die Beteiligungsgesellschaft des Holtzbrinck-Verlags und ein weiteres Family Office aus der Schweiz in Moneymeets. Für viel Aufmerksamkeit in der Fintech-Szene sorgte im Vorjahr der Einstieg von Postfinance AG, der Bankgesellschaft der staatlichen Schweizer Post.

          Als Erstes wagte sich das Start-up an das Angebot der Depotbanken. Diese veröffentlichen nicht nur Informationen zu Kursentwicklung von Fonds, sondern machen auch detaillierte Angaben zu der Höhe der Ausgabeaufschläge. Diese Gebühr fällt einmalig beim Kauf von Fondsanteilen an und kann bis zu 5 Prozent betragen. „Grundlagen für eine funktionierende, digitale Anlageberatung sind Datenverfügbarkeit und simple Finanzmathematik“, erklärt Cremer. „Im Fall der meisten Depotbanken, mit denen wir zusammenarbeiten, war dies von Anfang an möglich.“

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