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Gründerserie : Die Stimme der Vernunft in der Glamourwelt

Seine Arbeit lässt sich Tumminia mit einem Stundensatz zwischen 90 und 120 Dollar vergüten. Viele der alltäglichen Verwaltungsaufgaben überträgt er an seine 15 Mitarbeiter. Er selbst greift ins Geschehen an, wenn größere Entscheidungen zu treffen sind. „Kann ich es mir leisten, einen persönlichen Assistenten zu beschäftigen?“ sei in jüngster Zeit eine populäre Frage gewesen. Rund einmal im Quartal kommen seine Models zum persönlichen Gespräch in Tumminias Büro im New Yorker Stadtteil Soho. Dann erlebt er sie von einer recht lässigen Seite, wie sie der Öffentlichkeit auf Hochglanzfotos üblicherweise verborgen bleibt. Auch in ihrem Alltag seien die Models freilich eine „auffällige Erscheinung“, urteilt Tumminia.

In das Büro ist der Finanzberater mit seinem Unternehmen erst kürzlich gezogen. Es hat schickes Loft-Ambiente, wie es in Soho oft zu finden ist, aber ansonsten deutet nicht allzu viel darauf hin, welch glamouröse Klientel hier ein und aus geht. Jenseits der geschäftlichen Verbindungen legt Tumminia nach eigenen Worten eh wenig Wert darauf, sich in der Modelszene zu bewegen. Er ist erst einmal zu einer Modenschau gegangen – im vergangenen Jahr auf Einladung von Ashley Graham.

Großteil der Karriere fernab der Glitzerwelt

Es geschah auch eher aus Zufall, dass er sich in seiner Arbeit auf Models spezialisiert hat. Den größten Teil seiner Karriere hat er fernab der Glitzerwelt verbracht. Er hat zum Beispiel lange Zeit für den Wirtschaftsprüfungskonzern Pricewaterhouse Coopers (PWC) gearbeitet. Als er vor rund sieben Jahren bei KRA einstieg, war die Firma vor allem darauf spezialisiert, reiche Familien in finanziellen Dingen zu unterstützen, zum Beispiel bei der Bezahlung von Hausangestellten. Vor vier Jahren fragte ihn ein Bekannter, ob er nicht auch einem Model mit seinen Finanzen helfen könnte. Dieses Model empfahl ihn dann weiter, und Tumminia spürte, dass sich vor ihm eine Geschäftsidee auftat. Er beschloss, KRA neu zu erfinden und auf Betreuung von Models auszurichten. Reiche Familien gehören noch immer zu seinen Kunden, aber das Geschäft mit der neuen Zielgruppe wächst schneller und soll künftig die Mehrheit der Umsätze bringen.

Das Unternehmen, das mittlerweile von Tumminia vollständig übernommen wurde, arbeitet heute mit 18 Models. Fast alle sind weiblich; nur ein männliches Model aus Frankreich ist dabei. Die ausländischen Kunden haben oft zusätzlichen Beratungsbedarf. Einige von ihnen müssen sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in ihrer Heimat eine Steuererklärung abgeben. Katrin Thormann hat deshalb einen amerikanischen und einen deutschen Steuerberater, und Tumminia hilft bei der Koordination beider Seiten. Auch in Dingen, die nicht unmittelbar mit Finanzen zu tun haben, schaltet er sich manchmal ein. Er hat Thormann für ihre Beantragung einer Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in Amerika („Green Card“) einen Anwalt vermittelt und begleitete sie zu ihrem ersten Treffen mit ihm. Vor einem halben Jahr hat sich Thormann eine Wohnung in Soho gekauft – eine Anschaffung, die auch Tumminia gutheißt.

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