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Gründerserie : Ein Werkzeug für Entwickler

Daniel Thiry (rechts) und Fabian Kramm (links) Bild: Verena Müller

Fabian Kramm und Daniel Thiry haben mit Start-up-Stereotypen nur so viel gemein, dass sie ihr eigenes Ding machen wollten. Ihre Idee für die Entwicklung von Software trägt womöglich revolutionäre Züge.

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          Inkubatoren sind Gründerzentren. Brutkästen für junge Unternehmen. Mit günstigen Mieten, der notwendigen Technik und vor allem mit vielen Gleichgesinnten unter einem Dach, damit sich die Jungunternehmer untereinander vernetzen und mit ihren Ideen befruchten können. Orte voller Klischees, zuletzt wieder eindrucksvoll in Szene gesetzt in der Fernsehserie „Bad Banks“. In Berlin, wo sonst, stellt dort eine bunte Truppe aus Nerds und Start-up-Hipstern scheinbar mühelos die alte Wirtschaft auf den Kopf. Mit Smoothie statt Cola-Automat, Quinoa statt Kantine, Skateboard statt Werks-Elf.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Das Mafinex in Mannheim ist auch solch ein Inkubator. Ein Gründerzentrum, das die Stadt schon Mitte der achtziger Jahre aufgebaut hat und in dem sie junge Technologieunternehmen fördert. Ganz ohne hippen Trubel und doch erfolgreich: 60 solcher Start-ups sind es aktuell, und eines davon heißt: Covexo.

          Die beiden Gründer Fabian Kramm und Daniel Thiry haben mit Start-up-Stereotypen nur so viel gemein, dass sie ihr eigenes Ding machen wollten. Sie seien schließlich „Chancengründer“, allesamt gut ausgebildet, wie Thiry sagt. „Wir müssen das nicht aus einer Not heraus machen.“ Ein eigenes Unternehmen zu gründen sei ungleich spannender und vielfältiger, auch wenn man am Anfang weniger verdiene als in einer festen Anstellung. „Und das Risiko ist sehr hoch, das vergessen viele“, sagt Kramm.

          Einladung von Eliteuniversität Berkeley

          Als studierte Betriebswirte und Wirtschaftsinformatiker hätten sie leicht einen Job finden können, aber das wollten die zwei nicht. Mitgründer Lukas Gentele, der Dritte im Bunde und ebenfalls Wirtschaftsinformatiker, ist gerade in Amerika, um das Geschäft dort anzuschieben und Investoren zu finden. Im kleinen Mannheimer Büro ist von internationalen Ambitionen noch wenig zu spüren, weder hip noch hektisch geht es zu, sondern leise und überlegt. Fast könnte man vergessen, dass die Idee der drei Endzwanziger für die Entwicklung von Software womöglich revolutionäre Züge trägt und das Trio deswegen sogar schon von der amerikanischen Eliteuniversität Berkeley eingeladen wurde.

          Die Idee klingt simpel: Covexo will die Softwareentwicklung in der Cloud beschleunigen. Dafür haben die Gründer auf Basis der von Google entwickelten und heute nach Angaben von Kramm schnell wachsenden Open-Source-Software Kubernetes ihr eigenes Programm namens „DevSpace“ entwickelt. Nach Kramms Worten läuft es bisher so: Entwickler programmieren Software auf lokalen Rechnern, laden diese dann in die Cloud hoch, um sie dort auszuführen. Dafür würden heute schon sogenannte Container-Technologien verwendet.

          Ähnlich wie in einem Hafen würden diese „Container“-Programme mit Software beladen und in die Cloud verschifft. Das funktioniere für den Betrieb von Software auch gut. Für die Entwicklung aber sei der Prozess nicht geeignet. Durch das ständige „Verschiffen“ dauere der Prozess viel zu lange. Nach jeder kleinen Änderung müssten die Programmierer warten, bis das Programm laufe. Mit DevSpace würde dieses Problem gelöst, die Daten in Echtzeit synchronisiert, alle Beteiligten spürten die Änderungen sofort. Größter Vorteil: Ihre Software sei mit allen bestehenden Programmen kompatibel. Die Entwickler müssten also nichts dazulernen, sondern könnten ihre gewohnte Programmierungssoftware weiter benutzen.

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