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Gründer mit Tierliebe : Der Hund fährt in die Tagesstätte

Roswitha Messinger und Petra-Diana Hartmann Bild: Jan Roeder

Zu viel Arbeit, um auf den Hund aufzupassen? Das kommt häufiger vor, als man denkt. Diese zwei Frauen hatten deshalb eine pfiffige Geschäftsidee.

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          Am Schuppen hängen orangerote Taschen mit aufgedruckten Namen: Nikolaus, Frieda, Nanuka, Tina und Cassie steht darauf; drinnen steckt ein Handtuch für den Fall, dass es mal wieder durch Pfützen, Matsch oder den kleinen Teich ging. Diese Beutel könnten am Bauwagen eines Waldkindergartens baumeln. Tun sie aber nicht. Hier geht es nicht um eine Kinder-, sondern eine Hundetagesstätte. Frieda zum Beispiel ist eine imposante schwarze Dogge, die gut gelaunt ihre Pfade durch die großzügige Wiese zieht. Ihr zur Seite ein schwarzer Flat Coated Retriever, während der elegante Vizsla Nikolaus sich aufs Stroh in eine der Holzhütten zurückgezogen hat und döst. Das Gelände liegt in Maisach im Westen von München, etwas abgelegen neben einem Pferdehof. Angemietet hat es Roswitha Messinger, Geschäftsführerin von „Rundog“, einer Hundetagesstätte mit Abhol- und Bringservice. Auf diese Dienstleistung ist sie stolz, „das ist neben dem üblichen Gassigehservice etwas Besonderes“.

          Ursula Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Ihre Geschäftsidee: Sie holt morgens in und um München die Hunde von den Haltern ab, die beruflich und oder familiär eingespannt sind. Mit ihrem großen Transporter steuert die 58 Jahre alte Unternehmerin dann die Wohnungen und Häuser der Kunden an, zu denen sie die Schlüssel hat. Meist wird sie dort schon von freudigem Gebell empfangen. Der Transporter ist dicht bestückt mit Boxen, 15 Tiere können mitfahren. „Parterre sind die Senioren untergebracht, die bleiben ganz gern unter sich.“ Die Hunde kennen ihre Boxen genau und springen hinein.

          Roswitha Messinger steuert die Meute dann auf das idyllische, 7000-Quadratmeter-Gelände in Maisach. Die Fahrt zieht sich und ist im Stadtverkehr nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig, aber die Stimmung im Auto sei gut, die Schar voller Vorfreude aufs Toben. Die berufstätigen Besitzer legen Wert auf zwei Dinge: Ihre Hunde sollen Spielkameraden und Auslauf an der frischen Luft haben. Auch das erinnert an die Wünsche von Kita-Eltern. Was die Situation entspannt, berichtet Roswitha Messinger lachend: „Wir haben keinen Erziehungsauftrag!“

          Von der Kinder- zur Hundetagesstätte

          Ausgebildete Erzieherin ist sie trotzdem und arbeitete als stellvertretende Leiterin einer Kindertagesstätte. Dann kündigte sie ihre Stelle, „die Kinder waren es nicht, die Eltern mit ihren Forderungen und Ansprüchen waren es, die mir den Garaus gemacht haben“. Vier Jahre arbeitete sie dann für ein Unternehmen, das Reisemobilzubehör verkauft. Das zog an die tschechische Grenze, Roswitha Messinger wollte aber bei München bleiben und eröffnete in Aubing eine Hundeschule. „Man schult eigentlich den Besitzer, damit der Hund weiß, was der Besitzer will.“ Auch der Umgang mit aggressiven Hunden klappte gut, das sprach sich herum. Immer wieder hatte sie es mit Problemfällen zu tun, da bewährte sich ihr Konzept vom Einzelunterricht, „das bringt mehr, als wenn zehn Hunde auf dem Platz dasselbe machen“. Die Arbeit mit Tieren liegt der zupackenden Frau. „Ich bin dann über eine Zeitungsanzeige gestolpert und habe das Gelände in Maisach gefunden.“ Dort residierte eine Hundetagesstätte. Gemeinsam mit einer Bekannten, die später aus gesundheitlichen Gründen ausschied, übernahm sie vor vier Jahren die Geschäfte. Seit Sommer ist sie nun alleinige Inhaberin und hat den Abholservice etabliert.

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