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Gründerserie : Nicht jeder braucht eine Drohne

  • -Aktualisiert am

Da jeder Aufstieg je nach Ort und Gewichtsklasse der Drohne anderen Auflagen unterliegt, nicht zuletzt durch die im April 2017 erlassene Regulierung, hat Flynex eine detaillierte, frei verfügbare Karte für Deutschland entwickelt. Als Erstinformation zeigt sie, welche Einschränkungen wie Windräder oder Stromleitungen und Verordnungen in dem jeweiligen Gebiet zu beachten sind.

Investoren unterstützen das Start-Up

Die aktualisierten Informationen erhält Flynex auch von der Deutschen Flugsicherung in festgelegten Zyklen. Bereits 10.000 Nutzer verwenden die Karte, denn die Übersetzung von behördlichen Auflagen in allgemein verständliche Angaben durch Flynex entlastet die Gratis-Nutzer.

Wenn Kunden die Software online buchen, können sie ihre Flugrouten nicht nur gut planen, sondern auch die Genehmigungen für das Überfliegen digital beantragen. Zudem will Flynex seine Kunden bei der Auswahl von Partnern unterstützen, die Drohnen herstellen oder vermieten und Piloten vermitteln.

Wo darf die Drohne überhaupt fliegen? Flynex bietet eine Karte mit Hinweisen und Einschränkungen für ganz Deutschland.

Die Finanzierung des Start-ups stemmten die vier Gründer am Anfang aus eigenen Mitteln und erhielten im September 2016 eine Förderung durch das Inno-RampUp-Förderprogramm der Hamburgischen Investitions- und Förderbank. Kurz vor der Markteinführung erhielt das Unternehmen von weiteren Investoren – Technologiefonds Sachsen Plus und High-Tech Gründerfonds – eine siebenstellige Summe, um den Unternehmensaufbau und die Markteinführung sicherzustellen. Eine Auflage des Investors sah vor, den Unternehmenssitz nach Sachsen zu verlagern. Damit hat Flynex mit seinen zwölf Mitarbeitern zwei Standorte: Leipzig und Hamburg. Die ehemaligen Offiziere, die auch Abschlüsse im internationalen Management haben, ließen von ihren sieben hauseigenen Programmierern verschiedene Module in die Software integrieren, die eine weitere Nutzung der Daten nach dem Drohnenflug mit Kooperationspartnern von Flynex erlauben: So können damit, je nach Bedarf, Fassaden- oder Trassenanalysen erfolgen, Thermalaufnahmen ausgewertet oder auch 3D-Rundgänge in Gebäuden erstellt werden.

Arbeitet Flynex bald international?

„Uns ist kein weiteres Unternehmen bekannt, das mit unserem Ansatz in Europa am Markt ist“, beschreibt Dunsch die Wettbewerbssituation. Derzeit arbeitet Flynex in Pilotprojekten bei Kunden aus der Automobilindustrie, Energiebranche und Bauwirtschaft. Damit wurde 2017 ein fünfstelliger Umsatz erzielt.

„Wir stehen noch am Anfang und konzentrieren uns darauf, unsere Lösungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“, sagt Dunsch an seinem letzten „Schultag“. Sein Start-up war Teil der fünften Klasse des Accelerator-Programms im Spinlab der Handelshochschule Leipzig, das den teilnehmenden Start-ups Räume und Coaching zur Verfügung stellt. „Wir möchten hier bleiben“, sagt Dunsch. „Das Gründerumfeld ist sehr gut.“ Ende 2018 steht für Flynex die Folgefinanzierung an, zumal die Skalierbarkeit seines Unternehmens offenkundig in der Internationalisierung der Dienstleistung liegt. Der Grundstein dazu sei gelegt, mehr wolle man dazu noch nicht sagen.

Die Gründer

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