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Versteck im eigenen Haus : Eine Geheimtür für das Eigenheim

Humble hat ursprünglich eine ganz andere berufliche Karriere eingeschlagen. Nach seinem Ingenieurstudium arbeitete er zunächst für ein Medizintechnikunternehmen und half bei der Entwicklung von Robotern. Aber er langweilte sich schnell und wollte etwas ganz anderes machen. Er teilte sich damals mit Freunden ein großes Haus, in dem es einige freie Zimmer gab, und seine alte Faszination für Geheimtüren brachte ihn auf die Idee, überschüssigen Platz für einen verborgenen Raum zu nutzen.

Architekten und Designer machten ihm Mut

Zu seiner Überraschung fand er bei einer Internetsuche niemanden, der auf so etwas spezialisiert war, und er witterte eine Geschäftschance. Er traf sich mit Architekten und Designern, die ihm Mut machten, die Idee weiterzuverfolgen, und im Jahr 2004 gründete er sein Unternehmen. Seine erste Geheimtür installierte er bei einem Freund, der gerade ein Haus baute. Hinterher überzeugte er eine Lokalzeitung, über diese Tür zu berichten. Und von da an nahm sein Geschäft Fahrt auf. Bis heute hat er fast 1500 Geheimtüren installiert. Lange waren das nur Maßanfertigungen mit einem Preis von mindestens 8000 Dollar. Seit dem vergangenen Jahr verkauft er aber auch standardisierte Geheimzugänge, die schon für 2000 Dollar zu bekommen sind. Sein Unternehmen hat heute zehn Mitarbeiter, den Umsatz will er nicht beziffern, sagt aber, er liege jährlich im Millionen-Dollar-Bereich und wachse erheblich.

Zu Humbles Kunden gehören Prominente aus der Unterhaltungsbranche, Sportler und Politiker, Namen will er angesichts der geheimen Natur seiner Projekte nicht nennen. Mehrheitlich arbeitet er aber für Menschen mit ganz alltäglichen Berufen, etwa Ärzte oder Anwälte, und seine Auftraggeber seien „nicht so exzentrisch, wie ich selbst gedacht hätte“. In rund drei Viertel seiner Projekte gehe es nicht in erster Linie darum, Hollywood-Flair ins Haus zu bringen, sondern um Sicherheit. Also darum, einen verborgenen Ort zu haben, wohin die Bewohner bei einem Einbruch fliehen und wo sie wertvolle Dinge aufbewahren können. In Amerika würden die von seinen Geheimzugängen abgeschirmten Räume besonders oft als Depot für Waffenkollektionen oder für Gold benutzt. Humble verspricht, seine Verstecke böten viel mehr Sicherheit als Safes oder Tresore, die leicht zu knacken seien. „Traditionelle Safes geben ein falsches Gefühl der Sicherheit. Man kann auf Youtube-Videos Anleitungen sehen, wie schnell sie aufgebrochen werden können.“

Die weit überwiegende Mehrheit seiner Geheimtüren hat Humble für den amerikanischen Heimatmarkt gefertigt. Das Schaffen eines Verstecks im eigenen Haus passt nach seiner Meinung besonders gut zur amerikanischen Mentalität, sich möglichst auf sich selbst verlassen zu wollen und nicht auf die Regierung oder die Polizei. Rund ein Fünftel der Auftraggeber kommt derzeit allerdings aus dem Ausland, darunter auch aus Europa. Humble hat dabei beobachtet, dass Amerikaner und Europäer mit Blick auf die Sicherheit verschiedene Prioritäten setzen. Amerikaner seien zwar eher geneigt, einen geschützten Bereich im Inneren ihres Hauses einzurichten, dafür sei der Hauseingang oft nicht besonders sicher. Europäer legten dagegen in erster Linie Wert auf sichere Haustüren.

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